EU-Kommission setzt auf innovative Drohnenabwehr: 5G-Netze im Einsatz
Die Europäische Kommission nimmt sich den Herausforderungen der Drohnentechnologie an und plant, Schutzmaßnahmen für kritische Infrastrukturen wie Flughäfen zu verstärken. Gemäß einem in Straßburg vorgestellten Aktionsplan sollen fortan 5G-Mobilfunknetze zur Luftraumüberwachung eingesetzt werden. Diese Netze ermöglichen, so die EU-Kommission, eine präzise Echtzeitverfolgung von Drohnen, die oft SIM-Karten verwenden und dadurch leicht lokalisiert werden können.
5G-Antennen könnten zusätzlich als Radar fungieren, reflektierte Signale der Drohnen empfangen und analysieren. Mithilfe Künstlicher Intelligenz sollen so verdächtige Flugrouten identifiziert und die entsprechenden Behörden benachrichtigt werden. Der Aktionsplan konzentriert sich auf zivile Maßnahmen und ergänzt bestehende militärische Programme in Europa.
Ein weiteres Element des Plans ist die Einführung digitaler Schranken für Flugverbotszonen. Bis Jahresende soll ein umfassendes Drohnensicherheitspaket vorgestellt werden, welches unter anderem einheitliche digitale Karten übers gesperrte Lufträume umfasst, die in die Drohnen programmiert werden. Diese Maßnahmen sollen das Betreten gesperrter Zonen verhindern. Zudem wird eine Registrierungspflicht für Drohnen ab 100 Gramm eingeführt, um die Zuordnung zu ihren Besitzern zu erleichtern.
Trotz dieser Vorschläge stellen unbefugte Aktivitäten von Drohnen bereits eine große Herausforderung dar. Allein im vergangenen Jahr führten Drohnensichtungen in Berlin, Bremen, Hannover, Brüssel, Oslo, Kopenhagen und auf Mallorca zu Flugunterbrechungen. Oft wird vermutet, dass Russland hinter diesen Störaktionen steckt. Die Bundesregierung hat infolgedessen die Eröffnung eines Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums in Berlin initiiert, um dem Problem entschieden entgegenzutreten.

