EU-Kommission schafft Klarheit bei KI-Regeln: Leitlinien für KI-Anbieter vorgestellt
Die Europäische Kommission hat neue Leitlinien zur Umsetzung der bald in Kraft tretenden EU-Vorgaben für große KI-Modelle wie ChatGPT und Gemini präsentiert. Ziel der Richtlinien ist es, den Anbietern sogenannter General-Purpose-KI-Modelle helfend zur Seite zu stehen, um die Transparenzverpflichtungen im Rahmen des EU-KI-Gesetzes, dem AI Act, zu erfüllen.
In dem Dokument finden sich präzise Erläuterungen, welche Modelle und Unternehmen von den neuen Regelungen betroffen sind und welche Dokumentationspflichten sie haben. Zum ersten Mal werden ab dem 2. August 2025 spezifische Anforderungen für diese universell einsetzbaren Systeme in der EU gelten. Diese umfassen die Fähigkeit, Sprache zu generieren, Texte zu schreiben oder visuelle Inhalte wie Bilder und Videos zu erstellen.
Anbieter dieser Technologien sind zukünftig verpflichtet, Einblicke in die Funktionsweise ihrer Modelle zu geben, Auskunft über die genutzten Trainingsdaten zu erteilen und darzulegen, wie sie mit potenziellen Risiken umgehen. Die Kommission führt ein gestaffeltes Kontrollsystem ein, das insbesondere Modelle betrifft, die mit erheblichen Rechenressourcen trainiert wurden.
Für besonders leistungsfähige Systeme, die möglicherweise systemische Risiken für Grundrechte oder die Sicherheit darstellen, wird eine verstärkte Risikoabschätzung und -minderung gefordert. Mit den Leitlinien will die Kommission rechtliche Klarheit schaffen und gleichzeitig Innovation fördern.
Auch wenn die Pflichten ab August 2025 in Kraft treten, erfolgt die behördliche Kontrolle gestaffelt: Ab 2026 nimmt das neu eingerichtete EU-KI-Amt neue Modelle unter die Lupe, ab 2027 auch bereits existierende. Bei Regelverstößen drohen empfindliche Geldstrafen. Bis zur vollen Überwachung plant die Kommission, in enger Zusammenarbeit mit den Anbietern den Übergang zu erleichtern.

