EU-Kommission: Mario Draghi als Nachfolger von Ursula von der Leyen im Gespräch
Überraschende Gerüchte kursieren derzeit in Brüssel und Paris: Der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, könnte möglicherweise für den Chefposten der EU-Kommission kandidieren. Dies berichtete die renommierte italienische Tageszeitung 'La Repubblica' unter Berufung auf diplomatische Kreise. Demnach setzt sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für Draghi als Nachfolger von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein. Von offizieller Seite gibt es bislang keine Bestätigung für diese Spekulationen.
Bisher wurde weder Draghi selbst noch von der Leyen zu diesen Gerüchten befragt. Weder das französische Präsidialamt noch ein Sprecher von der Leyens äußerten sich zu den Spekulationen. Der Posten des Kommissionspräsidenten soll nach der Europawahl im Juni neu besetzt werden. Der derzeitige Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat bereits angekündigt, sein Amt in absehbarer Zeit niederzulegen.
Mario Draghi hatte nach seiner Zeit als Präsident der Europäischen Zentralbank anderthalb Jahre lang das Amt des Ministerpräsidenten in Italien inne. Im Herbst wurde er von von der Leyen beauftragt, einen Bericht zur Zukunft der Europäischen Union zu erstellen. Kürzlich äußerte Draghi, dass sich die EU in einem 'kritischen Moment' befinde. Angesichts des Aufstiegs rechtspopulistischer Parteien in mehreren EU-Mitgliedsstaaten und der möglichen Rückkehr von Donald Trump als US-Präsident im Jahr 2024 befürchtet er schwierige Zeiten für die Europäische Union.
Die Zeitung 'La Repubblica' berichtet außerdem, dass Macron bereits mit dem deutschen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) über die Personalie gesprochen hat. Ursula von der Leyen führt seit 2019 die EU-Kommission und hat sich bisher nicht öffentlich dazu geäußert, ob sie eine zweite Amtszeit anstrebt. Es wird erwartet, dass sie bis zum Frühjahr eine Entscheidung darüber trifft. (eulerpool-AFX)

