EU-Handelsminister tagen: Die Frage der Zölle und internationale Handelsbeziehungen
Die Handelsminister der Europäischen Union treffen sich heute in Luxemburg, um den transatlantischen Zollstreit mit den USA zu diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie US-Präsident Donald Trump zur Rücknahme der kürzlich eingeführten Sonderzölle bewegt werden kann. Doch nicht nur diplomatische Lösungen stehen auf der Tagesordnung, auch die Planung von Gegenmaßnahmen nimmt Gestalt an, falls die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten nicht den gewünschten Erfolg bringen.
Robert Habeck, der geschäftsführende Wirtschaftsminister Deutschlands, wird ebenfalls an den Beratungen teilnehmen. Angesichts der möglichen globalen wirtschaftlichen Auswirkungen von Trumps Zollplänen teilt Habeck die Sorgen vieler europäischer Politiker. Trumps Ansatz, Handelsungleichgewichte korrigieren und die Produktion in die USA verlagern zu wollen, passt in seine Strategie, die Zolleinnahmen für die Finanzierung seiner groß angekündigten Steuersenkungen zu nutzen.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt sind die Handelsbeziehungen der EU zu China. Handelskommissar Maros Sefcovic wird von seinen jüngsten Diskussionen in Peking berichten. Die EU versucht seit Jahren, China von unlauteren Handelspraktiken und Subventionen abzubringen, bislang jedoch ohne große Erfolge. Die Handelsbilanz veranschaulicht die Herausforderung: Letztes Jahr überstieg der Importwert aus China den Exportwert um 304,5 Milliarden Euro.
Im Gegensatz dazu verzeichnet die EU im Warenhandel mit den USA einen erheblichen Überschuss von 198,2 Milliarden Euro. 2024 wurden Waren im Wert von 531,6 Milliarden Euro in die USA exportiert, während nur Waren im Wert von 333,4 Milliarden Euro importiert wurden. Bei Dienstleistungen sieht die Bilanz anders aus, hier besteht ein Defizit zulasten der EU.

