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ETFs für die Ewigkeit: Wie Anleger langfristig profitieren können

21. Oktober 2024, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) bieten Anlegern die Möglichkeit, langfristig stabile Renditen zu erzielen. Doch welche ETFs sind wirklich krisensicher, und was sollten Anleger beachten?

In Zeiten niedriger Zinsen und steigender Inflation suchen viele Anleger nach einer verlässlichen Möglichkeit, ihr Geld langfristig gewinnbringend anzulegen. Klassische Sparbücher und Festgeldkonten haben ausgedient, denn sie bieten kaum noch Rendite.

Die Lösung für viele: ETFs – börsengehandelte Indexfonds, die Anlegern über Jahrzehnte hinweg stabile Gewinne einbringen können, ohne dass sie ständig eingreifen müssen.

Warum ETFs ideal für langfristige Anleger sind

ETFs bieten eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, an der Entwicklung von Märkten teilzuhaben, ohne das Risiko einzelner Aktien eingehen zu müssen. Statt sich auf die Leistung eines Unternehmens zu verlassen, investieren Anleger in einen ganzen Index, der Dutzende, Hunderte oder sogar Tausende Unternehmen umfasst. Besonders langfristig orientierte Anleger profitieren von dieser Streuung, da das Risiko breiter verteilt ist.

„ETFs eignen sich besonders für Anleger, die nicht ständig ihre Portfolios umschichten möchten“, erklärt Andreas Görler, Vermögensberater bei Pruschke & Kalm. „Sie ermöglichen einen kontinuierlichen Vermögensaufbau, ohne dass man sich täglich um das Auf und Ab einzelner Aktien kümmern muss.“

ETFs, die sich langfristig bewährt haben

Ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen ETF ist der Amundi MSCI All Country World Ucits ETF. In den vergangenen fünf Jahren erzielte dieser Fonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 11,5 Prozent.

Trotz Rückschlägen bei Unternehmen wie Siemens Energy, bieten ETFs auf erneuerbare Energien langfristig großes Potenzial, da die Weltwirtschaft zunehmend auf nachhaltige Technologien setzt.

Die Streuung über die globalen Märkte reduziert das Risiko, da hier Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen enthalten sind. Ein weiterer Vorteil: Die Gebühren dieses ETFs sind mit 0,45 Prozent vergleichsweise niedrig.

Auch der Amundi MSCI Europe ESG Broad CTB Ucits ETF schneidet in den Tests der Stiftung Warentest gut ab. Mit einer jährlichen Rendite von 9,7 Prozent in den letzten fünf Jahren gehört er zu den Spitzenreitern unter den europäischen ETFs. Vor allem für Anleger, die einen nachhaltigen Ansatz bevorzugen, ist dieser ETF interessant, da er auf umweltfreundliche und ethisch vertretbare Unternehmen setzt.

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Nicht alle ETFs sind ein sicherer Hafen

Doch auch bei ETFs gibt es Risiken. Ein gutes Beispiel dafür sind Anleihen-ETFs, die in den vergangenen Jahren schlecht abgeschnitten haben. Der Amundi Prime Euro Govies Ucits ETF beispielsweise, der auf Staatsanleihen mit bestem Rating setzt, hat in den letzten fünf Jahren eine negative Rendite von minus 2,6 Prozent eingefahren. In Zeiten boomender Aktienmärkte hinken Anleihenprodukte hinterher – und bieten oftmals nicht den erhofften Schutz vor Inflation.

„In Phasen niedriger Zinsen waren Anleihen wenig lukrativ“, bestätigt Timon Heinrich, Vermögensberater bei Hansen und Heinrich. „Die hohe Inflation hat zudem die Kaufkraft dieser Investitionen weiter ausgehöhlt.“ Für langfristig orientierte Anleger sind Aktien-ETFs daher häufig die bessere Wahl.

Studien zeigen, dass über 90 Prozent der aktiv gemanagten Fonds langfristig schlechter abschneiden als der Markt. Für die meisten Anleger sind kostengünstige ETFs daher die bessere Wahl.

Worauf Anleger achten sollten

Wer in ETFs investieren will, sollte dennoch nicht blindlings zugreifen. Entscheidend ist der richtige Mix aus verschiedenen Märkten und Branchen. Andreas Görler empfiehlt, vor allem auf Unternehmen aus stabilen Sektoren wie Nahrungsmittel, Gesundheit oder Zahlungsverkehr zu setzen. Diese Branchen sind auch in Krisenzeiten relativ stabil und bieten langfristig gute Chancen auf kontinuierliches Wachstum.

Eine weitere Empfehlung: ETFs, die auf erneuerbare Energien setzen. Trotz kurzfristiger Rückschläge, wie beim Börsenkurs von Siemens Energy, haben Unternehmen in diesem Bereich viel Potenzial. Der Wandel hin zu nachhaltigen Technologien wird langfristig Gewinner hervorbringen.

Gemanagte Fonds: Lohnt sich das Risiko?

Einige Anleger ziehen gemanagte Fonds ETFs vor, weil sie glauben, dass ein aktiver Fondsmanager bessere Entscheidungen treffen kann als ein Index. Doch Studien zeigen das Gegenteil: Über 90 Prozent der aktiv gemanagten Fonds schaffen es nicht, den Markt zu schlagen. Das bedeutet, dass die meisten Anleger mit einem passiven ETF besser fahren, da dieser automatisch den Markt abbildet und dabei geringere Kosten verursacht.

„Langfristig fahren die meisten Anleger mit einem ETF besser als mit einem gemanagten Fonds“, sagt Timon Heinrich. „Selbst erfahrene Fondsmanager haben Schwierigkeiten, über lange Zeiträume konstant den Markt zu übertreffen.“

ETFs als Schlüssel zum langfristigen Vermögensaufbau

Für Anleger, die ihr Geld über Jahrzehnte hinweg sicher und rentabel anlegen wollen, sind ETFs eine ideale Lösung. Sie bieten nicht nur eine breite Streuung und geringe Kosten, sondern auch die Chance, von der Entwicklung globaler Märkte zu profitieren. Wer den richtigen ETF wählt und langfristig investiert bleibt, hat gute Chancen, sein Vermögen kontinuierlich zu mehren – selbst in turbulenten Zeiten.

Finanzen / Börse
[InvestmentWeek] · 21.10.2024 · 12:00 Uhr
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