ETF-Rally dank kühler Inflationsdaten: US-Märkte atmen auf
Die Kurse von Aktien- und Anleihe-ETFs erlebten am Mittwoch einen überraschenden Aufschwung, nachdem die US-Behörden berichteten, dass der Kernverbraucherpreisindex im letzten Monat weniger deutlich gestiegen war als prognostiziert. Der SPDR S&P 500 ETF Trust konnte um bis zu 1,9% zulegen, und der iShares 20+ Year Treasury Bond ETF verzeichnete einen Anstieg von bis zu 2%. Verantwortlich dafür waren die Daten des Bureau of Labor Statistics, die zeigten, dass die Preise ohne Berücksichtigung von Lebensmitteln und Energie lediglich um 0,2% gegenüber dem Vormonat gestiegen waren – weniger als die erwarteten 0,3%.
Zuvor hatten sich Investoren auf größere Marktschwankungen eingestellt, da das Wirtschaftswachstum robust blieb und die US-Notenbank zuletzt gewarnt hatte, dass die Inflation hartnäckiger hoch sei als lieb. Im Zuge dessen hatten Händler ihre Erwartung auf Zinssenkungen durch die Fed reduziert, und die Renditen von US-Staatsanleihen waren auf das höchste Niveau seit Ende 2023 gestiegen.
Mit der aktuellen Inflationsmeldung reduzierten sich einige Spekulationen über bevorstehende Zinserhöhungen der Fed. Die Anleiherenditen fielen um mehr als 10 Basispunkte. Obwohl Investoren in diesem Jahr nicht mit umfassenden Zinssenkungen rechnen, deutet der Rückgang der Inflationsängste auf eine Beruhigung hinsichtlich extremer Maßnahmen der Fed hin.
Der Aktienmarkt erweist sich als besonders sensitiv gegenüber Inflation, insbesondere da die neue Trump-Administration Handelszölle in Betracht zieht. Der S&P 500 Index war bis zu 5% von seinem Rekordhoch zurückgegangen und der Cboe Volatility Index überschritt kurzzeitig den Wert von 20.
Das Bureau of Labor Statistics berichtete, dass der Anstieg der Unterbringungskosten im Dezember nachgelassen hatte, was die Preissteigerung bei Gütern ausglich. Der umfassendere Verbraucherpreisindex stieg um 0,4% von November bis Dezember, angetrieben durch höhere Energiepreise – mehr als die vorhergesagten 0,3%. Die Fed zieht jedoch weniger schwankungsanfällige Kernmaße zur Inflationsbeurteilung heran und bevorzugt den PCE-Preisindex. Der nächste PCE-Bericht wird am 31. Januar erwartet.

