Erdgasbohrung am Ammersee: Umstrittenes Projekt erhält grünes Licht für weitere Untersuchungen
Die Ergebnisse der Probebohrungen nach Erdgas in Reichling bei Landsberg am Lech werden nicht vor dem ersten Quartal 2026 erwartet. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gab ein Sprecher der Energieprojekt Lech Kinsau 1 GmbH bekannt, dass erste Analyseergebnisse womöglich erst im ersten oder zweiten Quartal 2026 vorliegen werden. Bereits Mitte Oktober soll der Bohrturm abgebaut werden, da er für die zukünftige Förderung nicht mehr benötigt wird.
Während der Bohrungen im Konzessionsgebiet "Kinsau 1A", in der Nähe des Ammersees, wurde eine Tiefe von rund 3.400 Metern erreicht. Die durchgeführten Arbeiten verliefen dem Unternehmen zufolge ohne Umweltschäden. Erste Hinweise auf das Vorhandensein von Erdgas sind vorhanden, denn es wurden vielversprechende Kohlenwasserstoffvorkommen entdeckt und in den Schlammgruben wurde Öl gesichtet.
Trotz der Hoffnungen auf rentable Gasvorkommen bleibt das Projekt umstritten. Die Suche nach Erdgas stieß auf massiven Protest seitens der Anwohner und Umweltschutzgruppen, die das Bohrgelände wiederholt blockierten. Die Debatten erstrecken sich auch auf die örtliche Kommunalpolitik. Der Kreistag Landsberg am Lech sprach sich kürzlich mehrheitlich gegen gegenwärtige und zukünftige Gasbohrungen aus. Bedenken wurden hinsichtlich möglicher Gefahren für das Grundwasser und die Umwelt, sowie negativen Auswirkungen auf das Landschaftsbild und den Tourismus geäußert.
Ungeachtet der Proteste und Bedenken wurde die Konzession durch das bayerische Wirtschaftsministerium bis auf Weiteres um zwei Jahre verlängert, was der umstrittenen Gasbohrung zusätzliche Untersuchungsmöglichkeiten gewährt.

