Eon plant Milliardeninvestitionen: Wegbereiter für den Energie-Umbau
Der deutsche Energiekonzern Eon hat ehrgeizige Pläne für die kommenden Jahre vorgestellt: Bis 2030 sollen insgesamt 48 Milliarden Euro in die Energieinfrastruktur investiert werden. Der Fokus liegt hierbei insbesondere auf dem Ausbau, der Modernisierung und der Digitalisierung des Verteilnetzes, wofür allein 40 Milliarden Euro eingeplant sind. Der Konzern zeigt sich bereit, die Investitionen sogar noch zu erhöhen, sollten die regulatorischen Rahmenbedingungen es zulassen. An den Finanzmärkten waren die Reaktionen auf diese Ankündigung gemischt. Nach anfänglichen Verlusten erholte sich die Eon-Aktie und konnte zuletzt um gut zwei Prozent zulegen.
Analysten sind geteilter Meinung: Während Ahmed Farman von Jefferies die Ankündigungen als „wie erwartet bis leicht negativ“ interpretierte, verweist Peter Crampton von Barclays auf den starken Kursverlauf der Aktie, die seit Jahresbeginn um über 15 Prozent gestiegen ist. Vor dem Hintergrund der deutschen Ambitionen, bis 2035 eine klimaneutrale Stromerzeugung zu erreichen, sind Investitionen in das Verteilnetz unerlässlich. Es ist in Deutschland wesentlicher Bestandteil zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solaranlagen.
Mit einem Volumen von einem Drittel des deutschen Stromnetzes und zwölf Millionen Strom- sowie zwei Millionen Gaskunden ist Eon maßgeblich an den Versorgungsstrukturen beteiligt. Doch das Unternehmen ist von den Regulierungen der Bundesnetzagentur stark abhängig. Die Investitionsziele bis 2030 könnten nach Einschätzung von JPMorgan-Analyst Pavan Mahbubani eine moderate Beschleunigung der Investitionen suggerieren, während der Ausgang der nächsten Regulierungsperiode ab 2029 noch ungewiss ist.
Eon rechnet damit, durch seine Investitionen den bereinigten operativen Gewinn bis 2030 auf 13 Milliarden Euro steigern zu können, während der bereinigte Konzernüberschuss bei 3,8 Milliarden Euro liegen soll. Für das laufende Jahr prognostiziert Eon einen Gewinn von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro. Die solide Finanzlage unterstreicht die Zuversicht der Konzernführung: Finanzchefin Nadia Jakobi betonte die Bedeutung der positiven Regulierung, die durch „konstruktive Gespräche“ mit den Regulatoren angestrebt wird. Leonhard Birnbaum, CEO von Eon, sieht die weiteren Entwicklungen zuversichtlich und betont, dass die finanziellen Ergebnisse des Unternehmens eine wesentliche Grundlage für die geplanten Investitionen darstellen.

