Energiewende 2.0: Reiche fordert Neuausrichtung für ein resilienteres Deutschland
Die Forderung nach einer grundlegenden Neuausrichtung der Energiepolitik wird immer lauter: Katherina Reiche, Wirtschafts- und Energieministerin der CDU, sieht dringenden Handlungsbedarf für eine "Zeitenwende" im Energiesektor. Bei einer Veranstaltung der Münchner Sicherheitskonferenz in Berlin plädierte Reiche für einen Realismus, der sowohl den Ausbau erneuerbarer Energien als auch die Versorgungssicherheit gewährleistet. Diese beiden Aspekte seien untrennbar miteinander verbunden und entscheidend für einen nachhaltigen Klimaschutz.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung "Zeitenwende on tour" stand die Frage, wie Deutschland angesichts globaler Bedrohungen, insbesondere durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, und Abhängigkeiten von Rohstofflieferungen resilienter werden kann. Die von Olaf Scholz im Februar 2022 geprägte Zeitenwende betont die Notwendigkeit einer sichereren und unabhängigeren Energieversorgung.
Reiche kündigte die Vorlage eines Energiewende-Monitorings an, das Aufschluss über den zukünftigen Strombedarf sowie den aktuellen Stand der Versorgungssicherheit und des Ausbaus erneuerbarer Energien geben soll. Sie betonte, dass ein Kurswechsel zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes erforderlich sei, um Deutschland als wettbewerbsfähigen Industriestandort zu stärken.
Zur Verbesserung der Resilienz fordert Reiche auch eine verstärkte heimische Rohstoffförderung. Dies erfordere unbequeme Entscheidungen, wie den umstrittenen Abbau von Lithium oder die Erdgasbohrungen des niederländischen Energiekonzerns One-Dyas in der Nordsee, die von Umweltverbänden kritisiert werden, aber vom zuständigen Landesamt in Niedersachsen genehmigt wurden.

