Empfang des Hamas-Chefs in Ankara: Türkischer Außenminister strebt Waffenstillstand in Gaza an
Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat den Chef der islamistischen Hamas, Ismail Hanija, in Ankara empfangen. Bei dem Treffen ging es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu um die dringende Notwendigkeit eines Waffenstillstands in Gaza. Diplomatische Quellen bestätigten zudem, dass die beiden Politiker die Befreiung der Geiseln in der Hand der Hamas, eine mögliche Aufstockung humanitärer Hilfe sowie die Umsetzung einer Zwei-Staaten-Lösung diskutierten.
Hanija, der Vorsitzende des Hamas-Politbüros, lebt derzeit in Katar. Trotz der Tatsache, dass die Hamas in Europa und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, betrachtet die Türkei sie nicht als solche. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den Terrorangriff auf Israel zwar verurteilt, die Hamas jedoch später als "Befreiungsorganisation" bezeichnet.
Der Gaza-Krieg wurde durch einen beispiellosen Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober im Süden Israels ausgelöst. Bei diesem Vorfall wurden 1200 Menschen getötet und rund 250 Geiseln genommen. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive im Gazastreifen.
Ende November kam es zu einem Austausch von 105 Geiseln gegen 240 palästinensische Häftlinge. Die Hamas kündigte an, die anderen verschleppten Personen freizulassen, sobald sich das israelische Militär aus Gaza zurückzieht. Die Vermittlung von Katar spielte bei diesem Geiseldeal eine wichtige Rolle. (eulerpool-AFX)

