Emotionaler Gesundheitsreport: Einblick in die globale Gemütslage
Die emotionale Befindlichkeit der Weltbevölkerung ist in den letzten zehn Jahren zunehmend belastet. Laut dem Bericht 'State of the World's Emotional Health 2025', basierend auf Umfragen des Gallup-Instituts in 144 Ländern, haben fast vier von zehn Erwachsenen kürzlich erhebliche Sorgen und Stress erlebt. Während positive Gefühle wie Freude stabil blieben, verzeichneten Frauen im Durchschnitt mehr Traurigkeit, Sorgen und körperliche Schmerzen als Männer. Im Jahr 2024 gaben 39 Prozent der Erwachsenen weltweit an, viele Sorgen empfunden zu haben, und 37 Prozent erlebten Stress, wobei Konfliktzonen besonders betroffen sind.
Diese Werte sind trotz eines leichten Rückgangs im Vergleich zur Pandemie weiterhin fünf Prozentpunkte höher als 2014. Körperlicher Schmerz stieg um zwei Prozentpunkte auf 32 Prozent an, während Traurigkeit und Wut unverändert blieben. Jegliche negativen Emotionen liegen jedoch höher als vor einem Jahrzehnt. Auf dem bevorstehenden Weltgesundheitsgipfel in Berlin wird der Bericht vorgestellt. Die Autoren kritisieren, dass Führungskräfte häufig emotionale Aspekte vernachlässigen, da sie sich vermehrt auf wirtschaftliche Kennzahlen stützen. Diese Versäumnisse, so der Report, könnten die Gesellschaften gegenüber Instabilitäten anfälliger machen.
Jedoch bleibt ein Großteil der positiven Emotionen stabil: 88 Prozent der Menschen fühlten sich respektvoll behandelt, und 73 Prozent berichteten von Lachen und Freude. Der Bericht verknüpft die emotionale Lage der Menschen mit Stabilitätsindices wie dem Global Peace Index und dem Positive Peace Index. Ilana Ron Levey von Gallup betont, dass emotionale Gesundheit ebenso formend für Gesellschaften sei wie wirtschaftliche oder politische Kräfte. Die globale Stimmung ist laut Bericht nicht nur getrübt, sondern auch instabiler geworden, begleitet von politischen Unruhen und Konflikten. Der Global Peace Index zeigt bereits vor der Pandemie einen signifikanten Anstieg von Unruhen und regierungskritischen Demonstrationen.

