Emerging Markets im Umbruch: Chancen und Risiken unter Trump II
Während die Welt auf die zweite Amtszeit von Donald Trump blickt, stehen die Schwellenmärkte vor besonderen Herausforderungen und Chancen. Die Aktien dieser Märkte weisen am Tag der Amtseinführung einen Rekordabstand zu US-amerikanischen Aktienbewertungen auf. Das MSCI Emerging Markets Index war um 46% günstiger als der S&P 500 Index, basierend auf den erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnissen, dem stärksten Abschlag seit Barack Obamas Amtsantritt 2009.
Bemerkenswert ist, dass EM-Anleihen in Landeswährung mit Renditen unterhalb der Treasury-Raten gehandelt wurden - das erste Mal seit Erhebungsbeginn im Jahr 2009. Der Prämiumaufschlag auf Dollar-Unternehmensanleihen war so niedrig wie seit mindestens 2005 nicht mehr. Diese Dynamik spricht Bände, besonders im Vergleich zu den historisch teuren US-Vermögenswerten.
Anleger könnten von der relativen Billigkeit der EM-Aktien profitieren, aber das knappe Risikoaufschlag in Anleihen könnte bei unvorhergesehenen politischen Maßnahmen eine Belastung darstellen. Eine vorsichtige Ruhe zeigt sich bei den Credit-Default-Swaps, die auf einem historischen Tiefpunkt sind. Aarthi Chandrasekaran, eine prominente Marktanalystin aus Dubai, kommentiert, dass trotz eines positiven Gewinntrends EM-Aktien aufgrund starker US-Einflussfaktoren wie einem starken Dollar nach wie vor unterrepräsentiert sind.
Der Montag brachte einen Lichtblick für EM-Vermögenswerte, mit einem bemerkenswerten Anstieg des Aktienindexes, der den größten Fünf-Tages-Gewinn seit über drei Monaten erreichte. Unterstützt wurde dies durch eine Schwächung des US-Dollars und positive Signale von den Geldmärkten bezüglich einer möglichen Zinssenkung der Federal Reserve bis Juli.
Das Risiko, so Chandrasekaran, liegt weniger in der Volatilität der Schwellenmärkte, sondern in den Chancenverlusten, wenn Anleger in US-Märkten abseits stehen. Bemerkenswert ist auch die Reaktion des Marktes nach einem friedensfördernden Telefonat zwischen Trump und Xi Jinping, das die Hoffnungen auf eine vorerst verzögerte Zolloffensive nährte.
Ein Ceasefire in Nahost beflügelte zudem die Nachfrage nach Dollar-Anleihen aus der Region, während die Bonds von Ägypten besonders herausstachen. Auf der anderen Seite steht Mosambik unter Druck, seine Schuldenstruktur neu zu überlegen, nachdem politische Unruhen zu erheblichen Finanzverlusten führten.
Abschließend spekulierten Investoren in Osteuropa auf eine Lockerung der Devisenpolitik Rumäniens nach einer politischen Krise. Der Leu bleibt im Fokus, während die Eurozone durch die unsichere politische Lage des Landes einem Währungsstress ausgesetzt ist.

