Investmentweek

Elf Millionen für den Abgang – was Porsche Ex-Finanzchef Meschke wirklich zahlt

26. Mai 2025, 10:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Lutz Meschke verlässt Porsche – und nimmt 11,6 Millionen Euro Abfindung mit. Trotz sinkender Marge und holpriger Bilanz zahlt der Autobauer Spitzenvergütung für einen Topmanager im Abgang. Ein Überblick über Summen, Hintergründe – und offene Fragen.

Kein Job mehr, aber volles Gehalt

Der Ton im Februar war nüchtern, die Wirkung enorm: Porsche trennt sich überraschend von seinem langjährigen Finanz- und Vizechef Lutz Meschke.

Jetzt ist klar, was der Ausstieg kostet: Allein 11,6 Millionen Euro Abfindung plus Grundgehalt bis Jahresende. Auch nach dem vorzeitigen Abgang fließt das Gehalt weiter – monatlich, aufaddiert mehr als ein Geschäftsführer kleiner Mittelständler in zehn Jahren verdient.

Und: Die Trennung kommt Porsche in einem denkbar ungünstigen Moment – denn der Sportwagenbauer kämpft mit sinkenden Gewinnen, einer schwächelnden China-Nachfrage und Margen, die erstmals seit Jahrzehnten einstellig sind.

Porsche zahlt weiter – auch ohne Leistung

Meschkes Vertrag wäre eigentlich bis 2027 gelaufen. Nun endet er Ende 2025 – offiziell. Bis dahin kassiert er weiter sein Fixgehalt, das sich 2024 auf rund 1,1 Millionen Euro belief.

Allein für März bis Mai zahlte Porsche laut Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche bereits 273.000 Euro aus. Und das ist nur ein Teil der Summe. Hinzu kommt die offizielle Abfindung von exakt 11,6 Millionen Euro, die nach der Auslauffrist gezahlt wird.

Brisant: Meschke bleibt zudem Vorstandsmitglied in der Porsche-Holding SE – der von den Familien Porsche und Piëch kontrollierten Muttergesellschaft. Dort bezieht er weitere 1,1 Millionen Euro jährlich. Sein Vertrag wurde jüngst bis Juni 2030 verlängert.

Von Platen geht offiziell nicht – verdient aber weiter

Auch Vertriebsvorstand Detlev von Platen, der parallel zu Meschke das Unternehmen verlässt, erhält weiter sein Gehalt – aber keine Abfindung. Sein Vertrag läuft noch bis 2026, und er bleibt offiziell im Amt. Trotzdem gilt sein Abgang als beschlossene Sache.

Porsches operative Marge sackt auf 8,6 % ab – der schlechteste Wert seit Jahrzehnten. Gleichzeitig laufen millionenschwere Vorstandsverträge ohne Gegenleistung weiter.

Für März bis Mai erhielt von Platen bereits 237.000 Euro – bei einem Jahresgehalt von rund 945.000 Euro. Porsche spricht von einem „geordneten Übergang“, Kritiker von einer teuren Hängepartie.

Warum Meschke gehen musste

Die offizielle Begründung für die Trennung bleibt vage. Insider berichten von tiefgreifenden Differenzen mit Konzernchef Oliver Blume. Meschke soll Ambitionen auf den Posten des Vorstandsvorsitzenden gehabt haben – in direkter Konkurrenz zu Blume, der derzeit sowohl Porsche als auch den Volkswagen-Konzern führt.

Auch bei Vertriebsvorstand von Platen gab es demnach intern Kritik – vor allem wegen der schwachen Entwicklung in China, wo Porsche zuletzt Marktanteile verloren hat.

Vorstandumbau als Machtsignal

Die personellen Veränderungen sind kein Zufall. Oliver Blume nutzt das Momentum für einen Umbau der Führungsspitze. Neben Meschke und von Platen verlässt auch Personalvorstand Andreas Haffner das Unternehmen. Ihm folgt Vera Schalwig, bislang Personalchefin bei Audi.

Auch im Einkauf wechselt die Führung. Joachim Scharnagl übernimmt von Barbara Frenkel, deren Vertrag regulär ausläuft. Der Generationenwechsel wirkt gezielt – aber auch hektisch. Kritiker sprechen von einer Entmachtung unliebsamer Manager. Blume hingegen betont, es gehe um strategische Weichenstellungen für die Zukunft.

Miese Zahlen, glänzende Verträge

Porsches Bilanz zum Quartalsende lässt wenig Spielraum für Euphorie: Der Gewinn bricht um 40 Prozent ein, die operative Marge fällt auf 8,6 Prozent – ein historischer Tiefpunkt für die traditionsreiche Premiummarke. Für das Gesamtjahr gibt sich das Unternehmen vorsichtig: Eine Marge zwischen 6,5 und 8,5 Prozent wird angepeilt – weit entfernt vom früheren Zielwert von 20 Prozent.

Umso fragwürdiger wirken die hohen Abfindungen und fortlaufenden Zahlungen an Topmanager, die längst nicht mehr aktiv tätig sind. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, gestiegener Kosten und wachsender Konkurrenz dürfte diese Vergütungspolitik vielen Investoren sauer aufstoßen.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 26.05.2025 · 10:00 Uhr
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