Elektroflugzeug-Pionier Lilium: Insolvenzverwalter ermittelt in verzwickter Lage
Beim angeschlagenen Elektroflugzeugbauer Lilium hat der vorläufige Insolvenzverwalter Robert Hänel die Geschicke übernommen, nachdem das Amtsgericht Weilheim ihn offiziell bestellte. Die Herausforderung für den Juristen besteht zunächst darin, sich einen genauen Überblick über die unübersichtliche Situation zu verschaffen, die sowohl komplex als auch vielschichtig ist. Die jüngsten Berichte bekräftigen das Interesse der Investoren an einer Fortführung des Unternehmens, obwohl die zugesagten finanziellen Mittel bislang ausblieben.
Der Kern des Problems liegt offenbar in 'technischen Schwierigkeiten', die den Transfer der benötigten Gelder unterbinden. Besonders ins Gewicht fällt das Ausbleiben der Beteiligung des slowakischen Unternehmers Marian Bocek, der allein 150 Millionen Euro zugesichert hatte. Diese Summe sollte Teil eines umfassenderen Finanzpakets sein, das insgesamt 200 Millionen Euro umfasst und für die Rettung des Start-ups entscheidend ist.
Die bevorstehende Insolvenz betrifft etwa 960 Beschäftigte, die derzeit auf ihre Gehälter warten müssen. Lilium, einst eines der prominentesten Start-ups Deutschlands und an der legendären Nasdaq notiert, konnte bislang kein serienreifes Elektroflugzeug präsentieren. Frühere Investitionen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro mündeten nicht in den Durchbruch zur Serienproduktion. Bereits im Herbst geriet das Unternehmen in die Krise, und ein Konsortium um die Mobile Uplift Corporation (MUC) sprang in letzter Minute ein, unterzeichnete noch am Weihnachtstag einen Kaufvertrag und versprach frisches Kapital.

