«El Chapo» wird in den USA der Prozess gemacht

20. Januar 2017, 22:13 Uhr · Quelle: dpa

Ciudad Juárez/New York (dpa) - Nach seiner Auslieferung in die USA soll dem mexikanischen Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán in New York der Prozess gemacht werden.

Wenn Guzmán nur in einem der Punkte für schuldig befunden wird, bedeutet das schon eine lebenslange Haftstrafe für ihn. Laut einer Absprache zwischen den Behörden in Mexiko und der USA ist die Todesstrafe jedoch ausgeschlossen. Vor einem New Yorker Richter plädierte Guzmán zunächst auf nicht schuldig, wie eine Sprecherin des Gerichts im Stadtteil Brooklyn der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der frühere Chef des Sinaloa-Kartells war am Donnerstag überraschend an die USA überstellt worden. Mexikanische Sicherheitskräfte hatten «El Chapo» zunächst von einem Hochsicherheitsgefängnis zum Flughafen von Ciudad Juárez an der Grenze zu den Vereinigten Staaten gebracht. Dort nahmen ihn Beamte der US-Antidrogenbehörde DEA in Empfang. Schwer bewaffnete Soldaten sicherten die Überstellung. Auf einem Foto war «El Chapo» in khakifarbener Kleidung zu sehen, wie er von Militärs über das Flugfeld geführt wurde. Die DEA flog Guzmán dann nach New York. Das US-Justizministerium dankte Mexiko für die Zusammenarbeit.

Über den aktuellen und zukünftigen Aufenthaltsort von Guzmán wollte Staatsanwalt Capers aus Sicherheitsgründen keine Angaben machen. Es sei aber sichergestellt, dass er nicht erneut ausbrechen könne. «Wir können Ihnen versichern, dass das, was in anderen Ländern passiert ist, hier nicht passieren wird.» Wann der Prozess beginnen könnte, der nach Capers' Einschätzung mehrere Wochen dauern wird, war zunächst noch nicht klar.

Die von Guzmán eingelegten Rechtsmittel gegen seine Auslieferung waren zuvor abgelehnt worden. Trotzdem wurde «El Chapo» von seiner Auslieferung offenbar überrascht. Er habe gedacht, er werde in ein anderes Gefängnis in Mexiko verlegt, berichtete die Zeitung «Milenio» unter Berufung auf Sicherheitskreise.

«Es ist offensichtlich, dass diese Entscheidung eine schwere Verletzung der Menschenrechte ist», sagte Guzmáns Anwalt José Refugio Rodríguez im Radiosender Fórmula. «Mit dieser Trophäe für den Präsidenten der USA hat die Regierung ihr Werk vollendet.»

Beobachter in Mexiko werteten die Auslieferung einen Tag vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump als Zeichen des guten Willens gegenüber der neuen Regierung in Washington. Trump hatte Mexikaner im Wahlkampf als Drogenhändler und Vergewaltiger diffamiert und will eine Grenzmauer gegen die illegale Einwanderung bauen. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft wies diese Interpretation zurück. «Es gab eine Gerichtsentscheidung und wir mussten ihn sofort überstellen», sagte der zuständige Staatsanwaltschaft Alberto Elías Beltrán.

«El Chapo» galt einst als mächtigster Drogenboss der Welt und war zweimal aus mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen geflohen. 2001 setzte er sich in einem Wäschewagen aus der Haftanstalt Puente Grande ab. Im Februar 2014 wurde er dann in der Küstenstadt Mazatlán im Westen des Landes festgenommen.

Nach nur 17 Monaten in Haft floh er 2015 durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Gefängnis Altiplano. Vor gut einem Jahr fassten Marineinfanteristen «El Chapo» in der Stadt Los Mochis im Westen des Landes erneut. Im Mai 2016 stimmte die mexikanische Regierung seiner Auslieferung an die Vereinigten Staaten zu.

Das Sinaloa-Kartell gilt als die mächtigste kriminelle Organisation Mexikos und macht Milliardenumsätze. Guzmán soll persönlich für bis zu 3000 Morde verantwortlich sein. Die USA überschwemmte das Kartell mit Heroin und Kokain. Die Chicago Crime Commission, eine unabhängige Organisation zur Kriminalitätsbeobachtung, erklärte Guzmán zum Staatsfeind Nummer 1. Diese Bezeichnung war zuvor nur für den US-Gangster Al Capone vergeben worden.

«El Chapo» hatte gedroht, im Falle seiner Auslieferung an die Vereinigten Staaten über seine Kontakte und Geschäfte auszupacken. Sollte er mit den US-Behörden im Gegenzug für Informationen einen Deal machen, könnte es für so manchen Politiker und Beamten in Mexiko ungemütlich werden.

Kriminalität / Mexiko / USA
20.01.2017 · 22:13 Uhr
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