Eklat und Emotionen bei BVB-Prozess

29. Januar 2018, 15:15 Uhr · Quelle: dpa

Dortmund (dpa) - Fußballprofi Marc Bartra leidet nach eigenen Worten bis heute an den Folgen des Bombenanschlags auf seine Mannschaft Borussia Dortmund.

«Ich hatte Todesangst. Ich fürchtete, meine Familie nie wieder zu sehen», steht in einer Erklärung, die Anwalt Alfons Becker im Namen des 27-Jährigen am Montag im Dortmunder Prozess um den Anschlag vom April 2017 verlas. Bartra war im Saal erschienen - sein Mannschaftskollege Pierre-Emerick Aubameyang blieb dem Prozess dagegen fern, dies könnte für ihn Konsequenzen haben.

Bartra sagte über seine Erlebnisse auch persönlich aus. «Wenn ich mich daran erinnere, geht es mir nicht gut», schilderte der Spanier im Zeugenstand. Er hatte bei dem Attentat einen offenen Bruch des Unterarms erlitten. Auch einer der Ärzte, die Bartra im Anschluss operiert hatten, war für Montag vom Gericht als Zeuge geladen.

Aubameyangs Aussage zum Anschlag war mit Spannung erwartet worden. «Er wird heute nicht aussagen, weil er erkrankt ist», sagte Mannschafts-Anwalt Becker. In einer von ihm vorgelegten ärztlichen Bescheinigung wird dem Stürmer vom BVB-Mannschaftsarzt Verhandlungsunfähigkeit «aus medizinischen Gründen» attestiert. Einzelheiten zu der angeblichen Erkrankung werden nicht genannt. 

Oberstaatsanwalt Carsten Dombert nannte die Bescheinigung in einer ersten Reaktion «äußerst dürftig» und erklärte: «Ich finde, dass sollte sich die Justiz so nicht bieten lassen.» Der Vorsitzende Richter Peter Windgätter erwiderte: «Das sehe ich genauso.» Ob Aubameyang für sein Fernbleiben ein Ordnungsgeld auferlegt wird, soll später entschieden werden.

Der Fußball-Profi steckt seit Wochen in einem anhaltenden Transferpoker, bei dem eine Entscheidung am Montagabend für möglich gehalten wurde. Am vergangenen Samstag stand er beim Heimspiel gegen den SC Freiburg (2:2) noch auf dem Platz.

Der wegen Mordversuchs in 28 Fällen angeklagte Sergej W. hat bereits gestanden, die drei selbst gebauten Splitterbomben gezündet zu haben, als der Mannschaftsbus des BVB am 11. April 2017 gerade am Teamhotel abgefahren war. Er habe mit verschiedenen Optionsscheinen auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie gewettet, hieß es in der Erklärung des 28-Jährigen vor Gericht. Sergej W. beharrt jedoch darauf, er habe niemanden töten oder schwer verletzen wollen. Die Bomben seien bewusst so konstruiert gewesen, «dass niemand ernsthaft gefährdet werden konnte».

Die Richter wollen nun wissen, wie die Insassen des Busses den Anschlag erlebt und anschließend verarbeitet haben. Einen Termin für die Vernehmung der übrigen Spieler und Betreuer von Borussia Dortmund gibt es noch nicht. Für den Prozess sind noch Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

Prozesse / Kriminalität / Fußball / Leute / Nordrhein-Westfalen
29.01.2018 · 15:15 Uhr
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