Einigung in Sicht: Schlichter bringen Bewegung in festgefahrene Tarifverhandlungen
Nach einem langen Stillstand in den Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes zwischen Bund und Kommunen hat die Schlichtungskommission einen Kompromissvorschlag präsentiert. Über 2,5 Millionen Beschäftigte können nun auf Gehaltserhöhungen hoffen: Zum 1. April 2025 sollen die Gehälter um drei Prozent steigen, mindestens jedoch um 110 Euro monatlich. Ein weiterer Anstieg von 2,8 Prozent ist für Mai 2026 geplant. Unter Leitung von Roland Koch und Hans-Henning Lühr wurden diese Vorschläge am Rande der bislang verhärteten Fronten entwickelt.
Die Verhandlungen, die sich über drei zähe Runden gezogen hatten, endeten am 17. März ohne Erfolg. Nun sollen die Tarifparteien am 5. April erneut zusammenkommen, um den von den Schlichtern vorgeschlagenen Kompromiss zu erörtern. Während der Verhandlungsrunden standen insbesondere die Themen Gehalt und Arbeitszeit im Fokus, die trotz weit auseinanderliegender Vorstellungen der Tarifparteien eine konsensfähige Lösung erforderten.
Besonders Roland Koch, als Schlichter von der Arbeitgeberseite benannt, betonte die Herausforderungen angesichts der konträren Ausgangspositionen. Dennoch zeigte er sich zufrieden mit dem Ergebnis, das nicht nur neue finanzielle Perspektiven, sondern auch Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung bietet. Hans-Henning Lühr hob die Komplexität der aktuellen gesellschaftlichen Lage hervor und nannte die Einigung zu Arbeitszeit und Vergütung einen gelungenen Schritt zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Dienstes.
Mit einer geplanten Laufzeit von 27 Monaten umfasst die Einigung unter anderem auch eine Erhöhung der Jahressonderzahlung ab 2026 und den Tausch eines Teils dieser Zahlung gegen freie Tage. Ab 2027 soll ein weiterer Urlaubstag hinzukommen. Die wöchentliche Arbeitszeit kann ab 2026 auf freiwilliger Basis auf bis zu 42 Stunden erhöht werden. Weitere Empfehlungen betreffen die Verbesserung von Langzeitkonten, Gleitzeitregelungen und Arbeitszeiten im Rettungsdienst. Zulagen für Schichtarbeit sollen sich ab Juli 2025 ebenfalls erhöhen.
Bis zur endgültigen Entscheidung herrscht derzeit Streikpause. Die in der Schlichtungsphase eingefrorenen Forderungen der Gewerkschaften umfassten ursprünglich acht Prozent mehr Gehalt sowie zusätzliche freie Tage. Die Arbeitgeberseite hatte eine Entgelterhöhung um 5,5 Prozent in Kombination mit einem höheren 13. Monatsgehalt vorgeschlagen, was den Gewerkschaften jedoch nicht ausreichte. So blieb der Kompromiss bis zur Schlichtung durch die nun in der Diskussion befindlichen Vorschläge aus.

