Einblick in die Krypto-Geldwäsche-Netzwerke von Glücksspielsyndikaten

Online-Glücksspielplattformen, die mit sanktionierten Garantie-Netzwerken verbunden sind, haben in weniger als zwei Monaten über 414 Millionen USDT umgesetzt, wobei Millionen direkt an große Kryptowährungsbörsen flossen.
Neue Daten des Blockchain-Intelligence-Unternehmens Bitrace zeigen, wie diese Operationen trotz jüngster Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden gegen ihre Zahlungsanbieter in großem Umfang fortgesetzt werden.
Glücksspielplattformen operieren weiter nach Huione-verbundenen Schließungen
Laut der Untersuchung von Bitrace fungiert ein Trio von Krypto-Wallets, nämlich Huione Telegram Wallet, Wangbo Wallet und HWZF (bezieht sich auf Huionepay und Overseaspay), als Hauptabwicklungstools für Glücksspieloperationen, die mit den Huione- und Tudou-Garantieplattformen verbunden sind.
Diese auf Telegram basierenden Garantie-Märkte wurden ursprünglich entwickelt, um Transaktionen für Waren und Dienstleistungen zu erleichtern, entwickelten sich jedoch zu Zentren für illegale Aktivitäten, einschließlich Betrugsoperationen und Geldwäsche.
Bitrace enthüllte, dass Online-Glücksspielplattformen häufig diesen Plattformen beitreten, die als Treuhand-Marktplätze auf Telegram fungieren. Nach der Integration binden die Glücksspielseiten Drittanbieter-Krypto-Zahlungsanbieter über Telegram-Mini-Apps ein, sodass Spieler Gelder einzahlen und abheben können, ohne direkt mit Börsen zu interagieren.
Obwohl Huionepay und Tudou Guarantee bereits geschlossen wurden, wies Bitrace darauf hin, dass die Glücksspielplattformen, die auf ihre Dienste angewiesen waren, weiterhin in Betrieb sind und große Mengen an Krypto verarbeiten. Das Unternehmen berichtete, dass diese Glücksspiel-bezogenen Einheiten während eines 53-tägigen Zeitraums insgesamt 414 Millionen USDT erhielten, hauptsächlich über die auf Telegram basierenden Zahlungstools.
Mehrere von Bitrace zitierte Geheimdienstquellen verknüpften Huione Telegram Wallet, Wangbo Wallet und HWZF mit der Abwicklung von Geldern für Glücksspieloperationen, die mit Huione, Haowang und Tudou Guarantee verbunden sind. Das Unternehmen erklärte, dass Wangbo Wallet und Huionepay offenbar dieselbe Software-Infrastruktur nutzen, was bedeutet, dass Benutzerfonds zusammengelegt und nicht getrennt gehalten werden.
Trotz wiederholter Warnungen von Zahlungsanbietern, keine Gelder direkt an zentralisierte Börsen zu senden, verfolgte Bitrace rund 9 Millionen USDT, die während desselben 53-tägigen Zeitraums direkt in Plattformen wie Binance, OKX und HTX flossen. Das Unternehmen erklärte, dass diese Transfers das Risiko von Compliance-Prüfungen bergen, aber dennoch durchgeführt werden.
Telegram-Märkte und Börsen als Teil desselben Netzwerks
Die Ergebnisse folgen auf jahrelange Untersuchungen der Huione Group, die von US-Behörden im Oktober 2025 als „primäre Geldwäschebedrohung“ bezeichnet wurde, nach einer gemeinsamen Aktion von OFAC, FinCEN und britischen Behörden. Staatsanwälte enthüllten auch Anklagen und einen zivilrechtlichen Einziehungsfall in Höhe von 15 Milliarden $, der mit Huione-verbundenen Operationen in Verbindung steht.
Huione Guarantee, später als Haowang Guarantee umbenannt, wickelte vor seiner Schließung im Mai 2025 mehr als 24 Milliarden $ in Transaktionen ab. Nachdem Telegram Tausende von Kanälen entfernt hatte, migrierten Anbieter zu Tudou Guarantee, das einen Großteil der Aktivitäten übernahm.
Untersuchungen von Elliptic und dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) zeigen, dass diese Marktplätze Betrugsgruppen, Geldwäschern und Online-Glücksspielbetreibern unterstützen, die USDT für Abwicklungen verwenden. Selbst nach Sanktionen schickten Huione-verbundene Einheiten Hunderte Millionen Dollar durch große Börsen zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025, berichtete ICIJ im November 2025.
Die neuesten Daten von Bitrace deuten darauf hin, dass dasselbe Modell weiterhin aktiv ist. Änderungen in der Wallet-Marke, gemeinsame Infrastruktur und auf Telegram basierende Tools ermöglichen es Glücksspielsyndikaten, weiterhin Einnahmen zu sammeln und gleichzeitig die direkte Exposition zu begrenzen.
Für Börsen und Regulierungsbehörden weist der anhaltende Geldfluss auf ungelöste Lücken zwischen Marktplatzschließungen, Wallet-Anbietern und Kontrollmechanismen auf Börsenebene hin.

