Ein turbulenter Tag für den Dax: Trump, Grönland und die Folgen
Die angedrohten Strafzölle von US-Präsident Donald Trump im Zuge eines Disputs um die Arktisinsel Grönland haben den deutschen Aktienindex (Dax) erheblich belastet. Diese geplanten Zölle, welche die Regionen im NATO-Raum, einschließlich Deutschland, betreffen sollen, rufen besorgte Reaktionen an den Finanzmärkten hervor. Am Montag fiel der Dax zwischenzeitlich unter die wichtige Marke von 25.000 Punkten und notierte zuletzt bei etwa 25.043 Punkten. Auch der MDax, der index der mittelgroßen Unternehmen, zeigte negative Tendenzen und sank um 1,3 Prozent auf 31.482 Punkte.
Die geopolitischen Spannungen erreichten am Wochenende einen neuen Höhepunkt, als Trump erklärte, die für Dänemark strategisch bedeutsame Insel Grönland für die USA beanspruchen zu wollen. Als Antwort plant er, ab Februar Strafzölle von 10 Prozent und später 25 Prozent einzuführen, falls die USA und die EU kein Übereinkommen über den Ankauf der Insel erzielen. Daher ist ein EU-Sondergipfel in Brüssel für Donnerstag geplant, um die möglichen Reaktionen der europäischen Länder zu erörtern.
Laut Marktanalyst Maximilian Wienke von eTorro schürt Trumps Vorgehen mit den Zöllen als politisches Druckinstrument die geopolitischen Risiken und könnte letztendlich der globalen Wirtschaft schaden. Die Märkte reagierten entsprechend mit einem Rückgang bei den Aktienkursen, während die Preise für Gold und Silber stiegen. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners erwartet, dass die EU diesmal nicht klein beigeben werde.
Besonders betroffen von der Unsicherheit zeigten sich die deutschen Autohersteller. Der europäische Branchenindex sank auf ein Tief seit Oktober. BMW verzeichnete einen Rückgang von mehr als 7 Prozent, beeinflusst durch eine skeptische Einschätzung der Berenberg Bank hinsichtlich der Nachfrage in China. Ebenso gaben Mercedes, VW und Porsche nach. Unter anderem litt auch Adidas mit einem Rückgang von 4 Prozent, belastet durch Bedenken über die Umsatzerwartungen.
Im Gegensatz dazu konnte Bayer erfreuliche Kursgewinne von 6,5 Prozent verzeichnen. Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Überprüfung im Glyphosat-Prozess "Durnell" angenommen, was Hoffnungen auf ein baldiges Urteil in diesem langjährigen Rechtsstreit weckt. Auch Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt profitierten von der veränderten politischen Lage und stiegen in ihren Kursen.

