Ein turbulenter Höhenflug: Der Berliner Hauptstadtflughafen BER fünf Jahre danach
Der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt, besser bekannt als BER, präsentiert sich auch fünf Jahre nach seiner verspäteten Eröffnung als Schauplatz spannender Entwicklungen. Ursprünglich mit erheblichen Bau- und Planungsmängeln konfrontiert, startete der Flughafen im Oktober 2020 nach neun Jahren Verzögerung und mit Baukosten von 6,5 Milliarden Euro – dreimal so hoch wie ursprünglich kalkuliert.
Inzwischen bemüht sich die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), den Standort als Innovationstreiber zu etablieren. Neben neuen Sicherheitsprozessen und der Implementierung von CT-Scannern wird auf buchbare Sicherheits-Slots gesetzt, um die Effizienz zu steigern. Wirtschaftlich bleibt die Situation jedoch herausfordernd, denn die Passagierzahlen haben das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht.
Während die Abläufe nach anfänglichen Schwierigkeiten, wie in den Herbstferien 2021, allmählich stabiler werden, sind gelegentliche Betriebsbehinderungen durch Streiks und Cyberangriffe weiterhin eine Herausforderung. Der Flughafen begrüßte kürzlich seinen 100-millionsten Fluggast, dennoch hinkt die Nachfrage den Rekordzahlen von 2019 hinterher, als Berlin Schönefeld und Tegel zusammen etwa 36 Millionen Reisende zählten.
Finanziell steht die FBB weiterhin unter Druck. Trotz eines Verlusts von über 134 Millionen Euro im letzten Jahr ist die Flughafengesellschaft zuversichtlich, dank Unterstützung von Bund und Ländern sowie einem Schuldenerlass in Milliardenhöhe, bis 2026 wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Besondere Herausforderungen bleiben die Steuer- und Gebührenpolitik, die preissensible Airlines wie Ryanair zur Reduzierung ihrer Verbindungen bewegt.
Zukunftsweisend hat sich die FBB ehrgeizige Ziele gesetzt: Der Flughafenbetrieb soll bis 2045 klimaneutral sein. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß in den Verantwortungsbereichen um 65 Prozent im Vergleich zu 2010 gesenkt werden. Dazu sind unter anderem die Elektrifizierung von Fahrzeugen und der Umstieg auf erneuerbare Energien geplant. Eine anspruchsvolle Reise, die den BER auch in Zukunft spannend macht.

