Ein Schlussakkord im VW-Dieselskandal: Emotionen und ernste Worte vor dem Urteil
Nach fast einem Jahrzehnt der Aufarbeitung und einem kräftezehrenden Prozess in Braunschweig neigt sich der Betrugsprozess zur VW-Dieselaffäre seinem Ende entgegen. Die vier Angeklagten äußerten sich in ihren persönlichen Schlusswahrnehmungen, wobei sie die Sichtweise der Justiz als belastend empfanden und sich mit Nachdruck gegen die Anschuldigungen verteidigten.
Die Staatsanwaltschaft ist der festen Überzeugung, dass die ehemaligen Manager und Ingenieure des Wolfsburger Automobilkonzerns des Betrugs überführt sind. Für drei von ihnen wurde eine Gefängnisstrafe von drei bis vier Jahren gefordert, da eine Bewährung angesichts des erhobenen Vorwurfs nicht ausreiche.
Die Verteidiger appellierten jedoch an das Gericht, Freisprüche für drei der Angeklagten und eine Verwarnung für den vierten zu erwirken. Die vier Männer, die seit Jahren unter dem Schatten des Skandals stehen, zeigten sich erschüttert über die strafrechtlichen Forderungen, einer Dekade nach den Enthüllungen.
Im Verlauf des Prozesses standen Aussage gegen Aussage, wobei die Ingenieure betonten, ihre Besorgnisse artikuliert zu haben. Die konventionelle Verteidigung der Vorgesetzten blieb, dass zur Problematik diskutiert wurde, jedoch kein unrechtmäßiges Handeln zur Sprache kam.
Der Prozess selbst wurde begleitet von Diskussionen um die Abwesenheit wesentlicher Akteure wie Ex-VW-Chef Martin Winterkorn, dessen Verfahren aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt wurde. Während das Urteil am 26. Mai erwartet wird, bleibt der Ausgang dieses bemerkenswerten Kapitels ungewiss, wobei sich die Angeklagten als Bauernopfer in einem Verfahren von enormer politischer und wirtschaftlicher Tragweite sehen.

