Dynamische Anstoßzeiten bei der Fußball-WM 2026: Eine echte Herausforderung für TV-Verträge

Die Veröffentlichung des Spielplans für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika sorgte für Überraschung und einige Sorgenfalten bei den TV-Verantwortlichen. Während ursprünglich vier feste Anstoßzeiten im Gespräch waren, präsentierte der Weltverband FIFA beeindruckende 15 verschiedene Austragungszeiten. Diese reichen von 18 Uhr bis 6 Uhr am nächsten Morgen nach mitteleuropäischer Sommerzeit, was insbesondere für Fans in Deutschland bedeutet, die Spiele teils inmitten der Nacht verfolgen zu müssen.
Mehr als die Hälfte der Spiele wird um Mitternacht oder später angepfiffen, darunter auch Partien des österreichischen Teams mit Trainer Ralf Rangnick. Die unerwartete Vielfalt an Anstoßzeiten trifft die Verantwortlichen von ARD und ZDF besonders hart, da ihre Werbemöglichkeiten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen stark eingeschränkt sind. Nur bis 20 Uhr darf Werbung gezeigt werden, was wesentliche Einnahmeverluste für die Sender mit sich bringt.
Telekom, die sich die Rechte an den Übertragungen für Deutschland gesichert hat, zeigte sich in der Öffentlichkeit nicht kommentierfreudig, steht jedoch Berichten zufolge in Gesprächen mit der FIFA. Doch an den festgelegten Anstoßzeiten wird sich wohl nichts mehr ändern. Die unterschiedlichen Zeitfenster wurden gewählt, um sowohl den klimatischen Bedingungen im US-Sommer als auch den Anforderungen der diversen TV-Märkte gerecht zu werden.
Für die Telekom, die bereits mit Stolz den Erwerb der Übertragungsrechte an 104 Spielen verkündet hatte, wird die späte Anpfiffzeit zur wirtschaftlichen Gratwanderung. Werbung ist eine zentrale Einnahmequelle neben den Einnahmen aus PayTV-Abonnements und den Sub-Lizenzverkäufen an ARD und ZDF. ZDF-Sportchef Yorck Polus spricht von einer „echten Herausforderung“, die alle Aspekte der Übertragungsplanung betrifft, von der Integration der Zeitslots in das Gesamtprogramm bis hin zur Logistik und Personaleinsatz.
Es bleibt abzuwarten, wie die zahlreichen Herausforderungen vor dem Hintergrund der erweiterten Anstoßzeiten gelöst werden und ob die Begeisterung der Zuschauer trotz nächtlicher Übertragungen ungebrochen bleibt.

