Drohnenalarm in München: Politische und sicherheitstechnische Weichenstellungen
Deutschlands zweitgrößter Flughafen in München erlebte am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag ungewöhnliche Vorkommnisse: Drohnen unbekannter Herkunft störten den Flugbetrieb erheblich. Dies führte zu massiven Flugausfällen und Umleitungen nach Nürnberg, Stuttgart und anderen Städten, was etwa 3.000 Passagiere direkt betraf. Die Sicherheitskräfte intensiveren nun ihre Bemühungen, den Drahtziehern auf die Spur zu kommen.
Angesichts dieser Entwicklungen haben führende Politiker den Ton in der Debatte um Drohnenabwehrmaßnahmen verschärft. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht die Notwendigkeit, die Sicherheit vor potenziellen Bedrohungen von außen intensiv zu verteidigen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt plant, die Bundeswehr im Rahmen der Amtshilfe verstärkt einzusetzen und arbeitet an einem Entwurf für ein neues Luftsicherheitsgesetz. Sein Ziel ist es, mit der technischen und rechtlichen Aufrüstung im Wettlauf gegen die Drohnen-Technologie Schritt zu halten.
Auch auf Landesebene sind Anpassungen in vollem Gange: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann will die Befugnisse der Landespolizei erweitern, sodass diese künftig in der Lage sind, im Falle einer akuten Bedrohung Drohnen sofort abzuschießen. Diese Maßnahmen folgen der Forderung von Jens Spahn, Fraktionschef der Union, eine wirksame Drohnenabwehr aufzubauen.
Drohnen sind besonders während der sensiblen Flugphasen wie Start und Landung riskant. Laut einer Studie der FAA sind die Schäden bei der Kollision mit einer Drohne schwerwiegender als bei Vogelschlag. In München zählte man 32 betroffene Flüge, und auch das nahegelegene Oktoberfest blieb nicht verschont: Eine Drohne, gesteuert von einem Mann aus Georgien, wurde über dem weltgrößten Volksfest gesichtet und führte zur Sicherstellung der Speicherkarte der Drohne.
Die Häufung der Drohnensichtungen und deren sicherheitsgefährdendes Potenzial sind besorgniserregend. Bereits vergangene Woche gab es Berichte über Drohnen in Schleswig-Holstein, die über kritische Infrastrukturen flogen. Dies führte zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Auch Dänemark sah sich zuletzt mehreren Drohnenstörungen gegenüber.
Die Deutsche Flugsicherung meldet eine deutliche Zunahme solcher Vorfälle im Jahr 2025. Mit 144 registrierten Störungen bis Ende August ist ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen, was unmissverständlich darauf hinweist, dass die Dringlichkeit einer effektiven Drohnenabwehr gestiegen ist.

