Drohende Hungersnot in Gaza: UN schlägt Alarm und fordert Handeln
Der drohende Hunger in Gaza ist erneut in den Fokus des UN-Sicherheitsrats gerückt. Über eine halbe Million Menschen sind in der Region akut gefährdet, warnte die stellvertretende UN-Nothilfekoordinatorin Joyce Msuya. Sie prognostizierte, dass die Zahl der Betroffenen bis Ende September auf 640.000 steigen könnte. Besonders alarmierend sind die Schätzungen für Kinder: Mindestens 132.000 unter fünf Jahren könnten bis Mitte nächsten Jahres von schwerer Unterernährung betroffen sein.
Diese Zahlen stammen aus einem Bericht der IPC-Initiative, die die Nahrungsmittelunsicherheit in Krisengebieten bewertet. Laut der Initiative sind die Kriterien für eine Hungersnot im Gazastreifen erfüllt.
Israel hat indes gefordert, den Bericht zurückzuziehen. Der Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, Eden Bar Tal, kritisierte den Bericht als "gefälscht" und beschuldigte ihn methodischer Unzulänglichkeiten. Falls nicht innerhalb von zwei Wochen ein neuer Bericht eingereicht wird, will Israel den Geldgebern der Initiative Beweise für die behaupteten Fehler präsentieren und dazu auffordern, die finanzielle Unterstützung einzustellen.
Vor diesem Hintergrund haben fast alle Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrats, mit Ausnahme der USA, zu einer konzertierten Aktion aufgerufen. Auf Initiative von Guyana und Slowenien forderten sie in einer gemeinsamen Erklärung eine sofortige Feuerpause, die Freilassung aller Geiseln sowie eine Intensivierung der Hilfslieferungen. Insbesondere wird Israel davon abgeraten, eine militärische Offensive gegen die Stadt Gaza zu starten.

