Dramatische Kursbewegungen: DAX stabilisiert sich nach drastischer US-Zollpolitik
Die anhaltenden Turbulenzen am deutschen Aktienmarkt haben auch zu Wochenbeginn nicht nachgelassen. Der DAX musste ein Minus von 4,13 Prozent hinnehmen und schloss bei 19.789,62 Punkten. Damit hat der Leitindex zwar seine anfänglichen Verluste von über zehn Prozent etwas eingedämmt, doch es war bereits der dritte aufeinanderfolgende Tag mit massiven Verlusten. Die beeindruckenden Gewinne von bis zu 18 Prozent, die seit Jahresbeginn verzeichnet wurden, sind damit Geschichte.
Zwischenzeitlich keimte Hoffnung auf, als der DAX am Nachmittag einen Aufschwung erlebte und beinahe die 20.800-Punkte-Marke erreichte. Dies geschah im Zuge von Spekulationen über eine mögliche 90-tägige Zollpause. Diese Hoffnungen wurden jedoch schnell zerschlagen, als das Weiße Haus die Meldung als falsch deklarierte und an ihrer harten Zollpolitik festhielt, trotz Trumps signalisierten Gesprächsbereitschaft.
Auf der anderen Seite des Atlantiks zeigte die Europäische Union Verhandlungsbereitschaft und schlug eine gegenseitige Aufhebung aller Industriegüter-Zölle vor. Dennoch machte Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, klar, dass auch Gegenmaßnahmen im Falle scheiternder Verhandlungen erwogen werden.
Analysten wie Mohit Kumar von Jefferies hoffen weiterhin, dass Präsident Trump den Druck spüren wird, zumal viele Amerikaner und Politiker erhebliche Aktienanteile besitzen. Diese Meinung wird durch die Erholung der amerikanischen Märkte am Montagabend bekräftigt, wo der Dow Jones Industrial mit einem Minus von 2,8 Prozent und der Nasdaq 100 mit 1,7 Prozent weniger verlor als befürchtet.
Der MDax fiel um 3,02 Prozent auf 24.640,54 Punkte, und auch der EuroStoxx 50 erlitt mit einem Verlust von 4,6 Prozent signifikante Einbußen. Ein globales Phänomen, denn auch die asiatischen Märkte notierten deutlich im Minus.
Besonders im Fokus waren am Montag Rüstungstitel – im DAX verloren Rheinmetall 2,5 Prozent nach ihrem drastischen Einbruch zu Handelsbeginn. Währenddessen erlebten Unternehmen im MDax wie Hensoldt, Renk und Thyssenkrupp ähnliche Kurseinbrüche. DAX-Schlusslicht war Hannover Rück mit einem Minus von 7,5 Prozent, während Qiagen als Gewinner des Tages hervorging und mit einer Gewinnsteigerung von 2,3 Prozent glänzen konnte, beflügelt durch eine erhöhte Gewinnprognose und ein starkes erstes Quartalsergebnis.

