Dr. Reuter Investor Relations - Indonesien als Wachstumstreiber auf dem Wassermarkt

23. Juni 2025, 08:30 Uhr · Quelle: Pressebox
De.mem plant, seine Geschäftsaktivitäten in Indonesien auszubauen, um die wachsende Nachfrage nach Wasser- und Abwasserfiltration zu bedienen. Trotz des Wasserreichtums des Landes leiden viele Indonesier unter Wasserknappheit, was milliardenschwere Investitionen in den Sektor erforderlich macht.

Buchkirchen, 23.06.2025 (PresseBox) - De.mem will seine Geschäftsaktivitäten in der Region Asien-Pazifik weiter ausbauen. Mit dem neuen Vorsitzenden des Aufsichtrates HarryDe Wit, sieht sich das Unternehmen gut gewappnet, die nächste Wachstumsphase der globalen Expansion der Gesellschaft einzuläuten. De Wit hat nicht nur seinen Wohnsitz in Asien, sondern kann auch auf eine langjährige Geschäftserfahrung in Asien und Australien blicken. Asien ist aus verschiedenen Gründen ein wichtiger Markt für Unternehmen, die im Bereich Wasser- und Abwasserfiltration aktiv sind. Der entscheidendste ist wohl das große Wachstumspotenzial. Am Beispiel von Indonesien ist die Situation gut erkennbar. Denn der Inselstaat in Süd-Ost-Asien ist zwar umgeben von Wasser. Dennoch ist die Wasserknappheit in Indonesien ein enormes Problem.

Das ist auch der Hintergrund, warum Indonesien aktuell Milliardeninvestitionen in diesem Sektor plant. Das Land muss die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung in den Städten dringend ausbauen. Der größte Bedarf besteht in der Millionenmetropole Jakarta.

Auf der Seite German Trade und Invest (GTAI) wird der indonesische Wassersektor als ebenso heterogen beschrieben wie die Lebensverhältnisse dort. Indonesien ist der weltweit größte Inselstaat. Auf dem riesigen Archipel leben rund 280 Millionen Einwohner auf mehr als 6.000 besiedelten Inseln. Der Zugang der Indonesier zu Trinkwasser oder einer Abwasserentsorgung werde vor allem dadurch bestimmt, ob sie in Dörfern, kleineren Städten oder in Großstädten leben, heißt es in dem Bericht.

Bereits mehr als die Hälfte aller Indonesier lebt in Städten, 2035 sollen es zwei Drittel sein, in absoluten Zahlen bedeutet das rund 205 Millionen Menschen. Diese Entwicklung ist ein großer Treiber des Bedarfs an Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und -wiederaufbereitung, weiß auch Andreas Kröll, Firmenchef von De.mem.

„Für De.mem ist Indonesien zunächst aus geographischer Sicht interessant, da das bevölkerungsreiche Land über De.mem’s Niederlassung in Singapur bedient werden kann. Aufgrund der vergleichsweise schlechten Wasserqualität in den Ballungszentren gibt es großes Potenzial insbesondere für die Haushaltsfilter von De.mem. Weiteres Potenzial gibt es sicherlich auch im industriellen Bereich, z.B. mit Unternehmen aus dem Lebensmittel- bzw. Landwirtschaftssektor oder auch Hotels und Resorts“, so der Firmenchef, dessen Unternehmen bereits kleinere Anlagen nach Indonesien geliefert hat, z.B. auch in kleinerem Rahmen Produkte für die Haushaltsfiltration.

Derzeit haben laut Statistikamt Badan Pusat Statistik (BPS) 92 Prozent aller Indonesier Zugang zu "improved drinking water". Knapp 41 Prozent beziehen dieses aber aus Plastikflaschen. Aber nur wenige Prozent haben Zugang zu einem zentralen Abwassersystem. Ein solches gibt es nur in Teilen weniger Großstädte, schreibt GTAI.

Rund 8 Prozent der Bevölkerung, was knapp 20 Millionen Menschen ausmacht, haben weder Zugang zu sauberem Trinkwasser noch zu ausgebauten sanitären Anlagen. In der Provinz Jakarta leben 10,9 Millionen Menschen, von denen nur 64 Prozent Zugang zu leitungsgebundenem Wasser haben, zeigen Daten aus 2022 in einer Zusammenfassung von Traide, das unter anderem vom deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert wird.

Nach den Plänen der Provinzregierung Jakarta sollen bis 2030 alle Einwohner einen Trinkwasseranschluss haben. Dafür sollen derzeit Stauseen in Westjava und in der westlich von Jakarta gelegenen Provinz Banten als Quellen erschlossen und Leitungen von dort gebaut werden.

Auch außerhalb von Jakarta ist der Investitionsbedarf im unterentwickelten indonesischen Wassersektor enorm. Über die kommenden Jahrzehnte dürfte er bis in den dreistelligen US-Dollar-Milliardenbereich reichen. Allein im zurückliegenden Entwicklungsplan 2020 bis 2024 waren umgerechnet 10 Milliarden US-Dollar für den Anschluss von 10 Millionen Haushalten an Trinkwasserleitungen vorgesehen und 11 Milliarden US-Dollar für den Zugang zur Abwasserentsorgung. Der größte Anteil davon sollte aus staatlichen Mitteln aufgebracht werden.

Nur eine Minderheit der Haushalte ist an ein Wasserleitungsnetz angeschlossen, teilweise gilt das selbst für größere Städte. Sie werden von einem der etwa 380 kommunalen Wasserversorger, den sogenannten PDAMs (Perusahan Daerah Air Minum), versorgt. Deren Leitungsnetze sind in einem schlechten Zustand, laut offizieller Statistik gehen 17 Prozent der Wassermenge durch Lecks verloren. Die PDAMs versorgen die Haushalte mit Brauchwasser aus Flüssen, Seen oder Staubecken.

Landwirtschaftliche Plantagen benötigen viel Wasser

Auch die kleinbäuerlich geprägte Landwirtschaft und die extensive Plantagenwirtschaft benötigen große Mengen an Wasser. Die Landwirtschaft insgesamt ist laut Planungsministerium Bappenas für 80 Prozent des nationalen Wasserverbrauchs verantwortlich. In der Trockenzeit lässt sich Wasser vielerorts oberflächennah aus dem Boden pumpen. Andernorts begrenzt die mangelnde Verfügbarkeit den Anbau von Nutzpflanzen. Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Bewässerungssysteme sind laut Bappenas zudem in einem schlechten Zustand.

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