Dollar stabilisiert sich angesichts unsicherer Zinspolitik
Der US-Dollar zeigt Stabilität, während Händler die Möglichkeiten einer moderaten Zinssenkung durch die Federal Reserve bewerten. Dies folgt auf vorsichtige Töne seitens der Entscheidungsträger der Fed. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht derzeit die Frage, welche Auswirkungen die von Ex-Präsident Donald Trump eingeführten Zölle auf die Wirtschaft haben könnten. Investoren erwarten dringend weitere Daten, die die Folgen auf Preise und Wirtschaft verdeutlichen könnten. Zuletzt wurde eine Zinsreduzierung um 43 Basispunkte für die verbleibenden zwei geldpolitischen Sitzungen des Jahres eingepreist. Dennoch deuteten Äußerungen von Fed-Vertretern, darunter Jerome Powell, darauf hin, dass die endgültige Entscheidung stark vom Verlauf der Inflations- und Arbeitsmarktdaten abhängen wird.
Der Euro verharrte bei $1,17425 nach einem Rückgang um 0,6% im vorherigen Handelstag. Auch das britische Pfund änderte sich kaum und stand bei $1,3451. Der Dollarindex – ein Maß für den Dollar im Vergleich zu sechs anderen Währungen – notierte bei 97,813 und damit in der Nähe eines Drei-Wochen-Hochs.
Mary Daly von der San Francisco Fed entsprach der Linie anderer Zentralbanker, dass weitere Zinssenkungen notwendig seien, jedoch deren Timing ungeklärt bleibe. Vor allem die bevorstehenden US-Konjunkturdaten, inklusive des bevorzugten Fed-Inflationsmaßes, könnten Aufschluss geben. Die drohende Schließung der Regierung steht dabei ebenfalls im Fokus.
Laura Cooper von Nuveen warnte, dass zollbedingter Preisdruck ein unberechenbarer Faktor bleibe. Der Markt tendiere zu Zinssenkungen bis Jahresende, aber eine hartnäckige Inflation könnte diesen Weg erschweren. Cooper prognostiziert eine Spitzeninflation von 3,2% für dieses Jahr.
Interessant bleibt auch die Entwicklung in Japan. Die Sitzung der Bank of Japan (BOJ) deutete an, dass Zinserhöhungen nicht fernliegen könnten. Die Marktteilnehmer schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der nächsten BOJ-Sitzung Ende Oktober auf etwa 50%. Der Yen erholte sich leicht von seinem Drei-Wochen-Tief. Der neuseeländische Dollar legte leicht zu, nachdem Anna Breman zur neuen Zentralbankchefin ernannt wurde. Der australische Dollar lag zuletzt bei $0,65905.

