Digitaler Euro: Eine Ergänzung mit Herausforderungen
Der geplante digitale Euro der Europäischen Zentralbank sorgt für Aufsehen und Skepsis gleichermaßen. Der Sparkassenverband aus Rheinland-Pfalz verfolgt die Fortführung dieses Projekts mit einer gewissen Vorsicht. Präsident Thomas Hirsch äußerte Bedenken gegenüber der Deutschen Presse-Agentur und merkte an, dass viele wichtige Fragen, insbesondere zu den potenziellen Mehrwerten für Kundinnen und Kunden, noch offen seien.
Die Umsetzung ist mit erheblichen Kosten verbunden, die EZB kalkuliert mit rund 1,3 Milliarden Euro bis 2029, wobei andere, höhere Schätzungen im Raum stehen. Auch auf Bankenseite wird es einen nicht unerheblichen Integrationsaufwand geben. Trotz politisch noch ausstehender Einigung setzt die EZB auf einen Start der digitalen Währung im Jahr 2029.
Der digitale Euro könnte Verbrauchern ermöglichen, über digitale Geldbörsen blitzschnelle Transaktionen per Smartphone durchzuführen. Die Euro-Notenbanken zielen damit darauf ab, den dominierenden US-amerikanischen Zahlungsanbietern wie Paypal, Mastercard und Visa ein europäisches Pendant entgegenzustellen.
Präsident Hirsch verweist jedoch auf bestehende europäische Bezahlsysteme wie 'Wero', realisiert von einem Kooperationsverbund europäischer Banken inklusive der Sparkassen. Auch steht der Effekt des digitalen Euro auf den Geldkreislauf zur Debatte. Wenn Bürger bis zu 3.000 Euro von ihren Konten in digitale Wallets transferieren, entziehe dies dem Wirtschaftskreislauf wesentliche Mittel, was Fragen zur Stabilität des Finanzsystems aufwerfe.
Zudem gibt es Überlegungen, die komplette Zahlungsabwicklung über die EZB laufen zu lassen, wodurch diese neben Zentralbank- und Aufsichtsfunktion eine Rolle als Anbieter im Retailbanking bekäme. Diese Verquickung von Aufgaben wirft Fragestellungen zur Klarheit der Rolle der EZB auf. Hirsch fragt sich, wie die EZB gleichzeitig als Aufseher und Anbieter fungieren könnte, ohne Interessenkonflikte zu erzeugen.

