Die Wiedergeburt einer Legende: Virtual Boy erobert die Nintendo Switch
In einem Akt, der irgendwo zwischen genialer Nostalgie und schierem Wagemut angesiedelt ist, hat Nintendo während seiner jüngsten Direct-Präsentation eine wahre Bombe platzen lassen. Eine der am längsten vergessenen und kommerziell erfolglosesten Konsolen des Unternehmens, der sagenumwobene Virtual Boy, feiert eine spektakuläre Auferstehung. Ab dem 17. Februar 2026 werden Abonnenten des Nintendo Switch Online + Erweiterungspakets in den USA und Kanada in der Lage sein, die rot-schwarze Ära des 3D-Gamings auf ihrer Switch und Switch 2 neu zu erleben. Doch diese Reise in die Vergangenheit erfordert mehr als nur ein Software-Update; sie bedarf einer speziellen physischen Brücke in die Spielegeschichte.
Abo trifft Hardware: Warum ein Zubehör Pflicht ist
Spannend wird es durch ein begleitendes Accessoire, das stereoskopisches 3D wie beim Original ermöglicht. Zwei Varianten stehen in den Startlöchern: ein robustes „Virtual Boy for Nintendo Switch/Nintendo Switch 2“ aus Kunststoff im Retro‑Look für 99,99 US‑Dollar sowie eine minimalistische Kartonversion für 24,99 US‑Dollar. Beide setzen auf Linsen, die den charakteristischen Raumtiefe‑Effekt erzeugen. Gerade hier steckt der Reiz: Klassische Spiele behalten ihren dreidimensionalen Punch, ohne dass Improvisationslösungen nötig werden. Wer das rote Raster kennt, wird grinsen; wer es nie sah, staunt über den eigenwilligen Charme.
Ein Blick zurück in die Geschichte
Für jüngere Spieler mag die Bedeutung dieser Ankündigung nicht sofort ersichtlich sein. Der Virtual Boy erschien 1995 als Nintendos erster kühner Gehversuch im Bereich des VR-Gamings. Beworben als tragbares Gerät, war er in der Praxis jedoch eine sperrige Apparatur, die auf einem Ständer montiert werden musste. Dieses umständliche Design, gepaart mit der berüchtigten, ausschließlich in Rot- und Schwarztönen gehaltenen Grafik, führte zu einem kommerziellen Desaster. Mit nur 22 jemals veröffentlichten Titeln wurde die Konsole schnell wieder vom Markt genommen und schien dazu verdammt, als peinliche Fußnote in der sonst so ruhmreichen Firmengeschichte ignoriert zu werden. Bis jetzt.
Die Klassiker der roten Dimension
Diese kühne Wiederbelebung wird von einer kuratierten Auswahl an Software begleitet. Zum Start der „Virtual Boy – Nintendo Classics“-Kollektion sind Titel wie Mario’s Tennis, Galactic Pinball und Teleroboxer bestätigt. Im Laufe der Zeit sollen insgesamt 14 Spiele ihren Weg in den Service finden, darunter Perlen wie Mario Clash, Vertical Force, Jack Bros. und das in Japan exklusive Innsmouth no Yakata. Diese Initiative folgt der kürzlichen Aufnahme von GameCube-Spielen in das Abo-Programm und beweist Nintendos Bestreben, seine gesamte, facettenreiche Geschichte zugänglich zu machen. Die Rückkehr des Virtual Boy ist somit mehr als nur ein Service-Update; es ist eine faszinierende Verbeugung vor der eigenen, unkonventionellen Vergangenheit und ein Zeichen dafür, dass selbst die größten Fehlschläge das Potenzial für eine triumphale Rückkehr in sich tragen.


