Die Talfahrt des US-Dollar setzt sich fort
Der US-Dollar gerät weiter unter Druck, ausgelöst durch die Ankündigung von Präsident Donald Trump, in Kürze neue einseitige Zölle gegen Handelspartner zu verhängen. Diese Entwicklung befeuert die Bedenken der Märkte erneut. Der Bloomberg Dollar Spot Index sank um bis zu 0,6 Prozent und erreichte damit den tiefsten Stand seit Juli 2023.
Bereits am Vortag war der Index durch sanftere US-Inflationsdaten gefallen. Gleichzeitig erreichte der Euro seinen höchsten Stand seit November 2021. Händler werfen nun einen genauen Blick auf die US-Produzentenpreis-Daten, die später am Donnerstag erwartet werden, um weitere Hinweise auf gedämpfte Inflationstendenzen zu erhalten. Diese Daten sind relevant, da sie teilweise die Kernpersönlichen Konsumausgaben, das von der Federal Reserve bevorzugte Inflationsmaß, beeinflussen.
Auch die Auktion von 30-jährigen Staatsanleihen steht im Fokus, nachdem die Renditen wegen fiskalischer Bedenken im letzten Monat gestiegen sind. Vasileios Gkionakis, leitender Ökonom und Stratege bei Aviva Investors, sieht noch viel Raum für eine fortgesetzte Schwäche des Dollars. Trotz steigender Renditen zeigt der Rückgang des Dollars ein abnehmendes Vertrauen der Investoren in US-Anlagen.
Diese Schwäche wirkt sich auch auf den Markt für Währungsvolatilität aus, wobei besonders im einwöchigen Tenor, welcher die Fed-Politiksitzung am 18. Juni erfasst, eine hohe Nachfrage herrscht. Laut Mark Cranfield, Markets Live Stratege aus Singapur, präferiert der Markt weiterhin Zinssenkungen der Federal Reserve, obwohl das genaue Timing je nach vorherrschender Investorenstimmung variiert.
Beständig jedoch bleibt die Abwärtsbewegung des US-Dollars als die Überzeugungen der Devisenhändler fester werden. Auch der anstehende G7-Gipfel wird besondere Aufmerksamkeit erhalten. Alex Loo, Makrostratege bei TD Securities in Singapur, betont, dass mögliche Handelsverhandlungen zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern wie Mexiko und Kanada die Stimmung weiter beflügeln könnten.

