Die Luftbrücke der Mächtigen: Privatjets auf dem Prüfstand
Die Debatte um den Einsatz von Privatjets in Zeiten der Klimakrise hat mit der diesjährigen Erhebung von Greenpeace erneut Fahrt aufgenommen. Laut der Umweltorganisation verzeichneten die Wochen des Weltwirtschaftsforums (WEF) 2024 und 2025 einen Anstieg privater Flugbewegungen um zehn Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Dies wirft einmal mehr die Frage auf, inwieweit die selbsternannten Problemlöser der Welt ihrer Verantwortung gerecht werden.
Während das Weltwirtschaftsforum Antworten auf dringende globale Herausforderungen suche, würden dessen Besucher die Klimakrise mit ihren «Luxusemissionen» weiter anheizen, kritisierte Lena Donat von Greenpeace. Die Forderung nach einem Verbot dieser klimaschädlichen Flüge wird damit lauter, insbesondere weil Alternativen wie der Schienenverkehr oft vorhanden sind und diese erheblich weniger Emissionen verursachen.
Die Greenpeace-Analyse verdeutlicht, dass in der WEF-Woche 2025 an den Flughäfen rund um Davos 709 zusätzliche Privatflüge gegenüber dem Normalbetrieb registriert wurden, im Jahr 2024 waren es 628 und 2023 noch 227. Die Hauptquelle dieser Flüge ist Frankreich, gefolgt von Großbritannien und Deutschland. Dabei könnten etwa 70 Prozent der Flüge durch Zugreisen ersetzt werden.
Der abgelegene Wintersportort Davos wird trotz seiner bescheidenen Erreichbarkeit erneut zum Schmelztiegel politischer und wirtschaftlicher Macht. Rund 3.000 hochrangige Teilnehmer werden erwartet, unter ihnen auch prominente Staatsmänner wie US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Frage, wie der Gipfel der Mächtigen zur ökologischen Nachhaltigkeit steht, bleibt in den eindrucksvollen Kulissen der Alpen hängend.

