Diageo strebt höhere Einsparungen an – Trotz Herausforderungen positiver Ausblick
Der renommierte Hersteller des ikonischen Dunkelbiers Guinness, Diageo, hat angesichts anspruchsvoller Marktbedingungen und des Rücktritts seiner bisherigen Führungsspitze seine Sparmaßnahmen intensiviert. Statt der ursprünglich geplanten 500 Millionen US-Dollar sollen nun über das laufende Programm Einsparungen von 625 Millionen US-Dollar (540 Millionen Euro) realisiert werden. Diese Informationen gab das Unternehmen im Rahmen der Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse bekannt. Allerdings stellt sich heraus, dass die Einnahmen durch neue US-Zölle den Gewinn von Diageo jährlich um 200 Millionen Dollar schmälern können, was einen Anstieg um 50 Millionen im Vergleich zu bisherigen Einschätzungen bedeutet.
Die Ankündigungen stießen an der Börse auf positive Resonanz: Die Aktien von Diageo verzeichneten während des Handelstages in London einen Zuwachs von sieben Prozent und positionierten sich damit unter den Spitzenreitern des britischen Leitindex FTSE 100. Gegen Handelsschluss lag der Zuwachs jedoch bei moderaten zweieinhalb Prozent, wobei die Aktie weiterhin signifikant günstiger im Vergleich zu Jahresbeginn gehandelt wurde.
Laut Sanjeet Aujla, Branchenexperte der Schweizer Großbank UBS, entwickelten sich die Geschäftszahlen positiv. Diageos Pläne für Umsatz- und Gewinnverbesserungen im Geschäftsjahr 2025/26 überstiegen das Erwartete, wobei auch die Vorgaben zur Marge und Kostensenkung optimistischer ausfielen als angenommen.
Im vergangenen Geschäftsjahr, das bis Ende Juni reichte, musste Diageo einen Rückgang des Nettogewinns um 40 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hinnehmen, verursacht durch einmalige Sonderbelastungen. Vergleichsweise konnte der Umsatz auf bereinigter Basis, unter Ausschluss von Währungskurseffekten, um 1,7 Prozent auf 20,2 Milliarden Dollar gesteigert werden. Der operative Gewinn fiel indes, ohne Berücksichtigung der Sondereffekte, um knapp ein Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar.
Diageos Interimsvorstand Nik Jhangiani, der kürzlich die Geschäfte von Debra Crew übernommen hat, plant für das anstehende Geschäftsjahr bis Ende Juni 2026 ein organisches Umsatzwachstum in ähnlichem Umfang wie im Vorjahr. Trotz herausfordernder Marktszenarien soll der operative Gewinn organisch um einen mittleren einstelligen Prozentsatz ansteigen, wobei die zweite Jahreshälfte eine entscheidende Rolle spielen dürfte. Die voraussichtlichen Belastungen durch Zölle wurden bereits in die aktuellen Prognosen integriert.

