Deutschlandticket: Nächstes Jahr teurer, aber weiterhin attraktiv?

Der Preis für das bundesweit gültige Deutschlandticket im Nah- und Regionalverkehr erhöht sich zum neuen Jahr von 58 auf 63 Euro im Monat, was einem Anstieg von rund neun Prozent entspricht. Doch trotz der Preiserhöhung bleibt das Angebot weiterhin attraktiv, wie Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) betont. Er sieht weiterhin eine attraktive Option für Pendler, insbesondere im Vergleich zu früheren regionalen Abos.
Die Finanzierung des Tickets, dessen Einführung im Mai 2023 die Tarifstrukturen erheblich vereinfacht hat, wird durch jährliche Zuschüsse von Bund und Ländern in Höhe von jeweils 1,5 Milliarden Euro bis 2030 abgesichert. Doch die Branche befürchtete anhaltende Einnahmeverluste, woraufhin die Verkehrsministerkonferenz eine Preisanpassung beschloss. Ohne diese Maßnahmen hätte die Möglichkeit bestanden, dass das Ticket 2026 nicht mehr verfügbar ist.
Verbraucherschützer, darunter Ramona Pop vom Bundesverband, sehen die steigenden Lebenshaltungskosten jedoch kritisch. Laut einer Forsa-Umfrage planen zwar 82 Prozent der aktuellen Nutzer, das Ticket auch nach der Preiserhöhung zu behalten. Allerdings könnte der Preisanstieg zu einer Kündigungswelle führen, obwohl das Ticket nach Ansicht des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mit 63 Euro weiterhin attraktiv bleibt.
Ab 2027 soll der Preis des Tickets anhand eines neuen Index ermittelt werden, der Faktoren wie Personal- und Energiekosten berücksichtigt. Diese Umstellung soll die Transparenz und Planungssicherheit für Verkehrsbetriebe erhöhen.
Dennoch mahnt Pop, dass der Preis von 63 Euro langfristig stabil bleiben sollte, um das Deutschlandticket weiter attraktiv zu halten. Während Verkehrsminister Bernreiter auf die infrastrukturelle Verbesserung setzt, um den ÖPNV attraktiver zu machen, liegt der Fokus des VDV darauf, Menschen vom Auto in den öffentlichen Verkehr zu bringen. Der weitere Erfolg des Deutschlandtickets hängt stark von einem ausgebauten Angebot und vergünstigten Jobticket-Optionen ab, die Engagement und Zuschüsse der Arbeitgeber erfordern.

