Deutschland zögert Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine hinaus
Der SPD-Verteidigungspolitiker Johannes Arlt warnt vor den Folgen einer möglichen Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine. Laut Arlt könnte eine solche Entscheidung die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands gefährden. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk äußerte er Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen einer solchen Lieferung: "Ich rede auch davon, dass wenn wir die einmal abgegeben haben, dass diese Taurus auch weg sind, diese Marschflugkörper und wir im Moment auch keine Möglichkeit haben, die nachzuproduzieren in einem absehbaren Zeitraum und die in unseren Beständen aufzufüllen oder weitere zu liefern."
Zudem wies Arlt auf die Schwierigkeiten hin, die Produktionskapazitäten für Waffen in Deutschland schnell zu erhöhen. Er betonte, dass die Industrie noch nicht in der Lage sei, nennenswert nachzuproduzieren und dass dies dazu führen würde, dass die Lagerbestände erschöpft wären.
Der Taurus-Marschflugkörper ist ein hochmodernes Waffensystem der Luftwaffe. Er ist in der Lage, Ziele auch aus großen Höhen und Entfernungen in einer Reichweite von 500 Kilometern zu treffen und beispielsweise Bunkeranlagen zu zerstören. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Anfang Oktober vorerst beschlossen, keine dieser Waffen an die Ukraine zu liefern, da befürchtet wurde, dass auch russisches Territorium getroffen werden könnte. Die Union, sowie die Fraktionen der Grünen und der FDP haben sich allerdings für eine Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern ausgesprochen. Ein Antrag der Union für eine solche Lieferung wurde jedoch im Bundestag abgelehnt. (eulerpool-AFX)

