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Deutschland überholt Japan als weltgrößter Gläubiger – ein Titel mit begrenzter Aussagekraft

28. Mai 2025, 08:12 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Deutschland hat Japan als weltgrößter Gläubigerstaat überholt, bedingt durch einen hohen Leistungsbilanzüberschuss und den gestiegenen Euro-Kurs. Diese Veränderung spiegelt weniger ökonomische Schwäche Japans wider, sondern vielmehr strategische Kapitalentscheidungen und Zusammensetzungen der Vermögen beider Länder.

Deutschlands Nettoauslandsvermögen belief sich Ende 2024 auf umgerechnet 569,7 Billionen Yen – mehr als das von Japan, das nach 34 Jahren den Titel als weltgrößter Gläubigerstaat verliert. Obwohl Japans Nettoauslandsvermögen mit 533,05 Billionen Yen auf einem Allzeithoch lag, reichte es nicht mehr für den ersten Platz. China blieb mit 516,3 Billionen Yen auf Rang drei.

Deutschlands Vorsprung fußt vor allem auf dem gewaltigen Leistungsbilanzüberschuss von 248,7 Milliarden Euro im Jahr 2024. Dieser ergibt sich größtenteils aus dem anhaltend starken Exportsektor und konsolidierten Kapitalströmen. Der schwache Yen verstärkte die relative Aufwertung deutscher Auslandsvermögen zusätzlich – allein 2024 wertete der Euro gegenüber dem Yen rund fünf Prozent auf.

Japans Finanzminister Katsunobu Kato reagierte gelassen: Die Platzierung sei nicht entscheidend, solange das Nettoauslandsvermögen weiter wachse. Tatsächlich stieg es im Jahresvergleich um 13 Prozent – ein Ausdruck langfristiger Kapitalbildung im Ausland. Japans Leistungsbilanzüberschuss lag 2024 bei 29,4 Billionen Yen, umgerechnet rund 180 Milliarden Euro.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Höhe der Vermögen, sondern ihre Zusammensetzung. Während Deutschland traditionell auf liquide Anlagen setzt, investieren japanische Unternehmen zunehmend direkt – etwa in den USA und Großbritannien. Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Einzelhandel waren 2024 besonders gefragt. Das macht Rückflüsse kurzfristig schwieriger. „Wer ausländische Unternehmen kauft, steigt nicht so schnell wieder aus wie bei Anleihen“, erklärt Devisenstratege Karakama.

Der Strategiewechsel hat Folgen: Während frühere Investoren bei Marktturbulenzen schnell auf Renditeveränderungen reagieren konnten, sind heutige Engagements langfristiger und weniger flexibel. Das bedeutet: Japans Gläubigerposition bleibt robust, aber weniger dynamisch steuerbar.

Ob sich der Trend fortsetzt, hängt auch von der geopolitischen Lage ab. Sollte Donald Trump erneut Präsident werden und Handelszölle wieder einführen, könnte das japanische Unternehmen veranlassen, Kapital gezielt in den USA zu platzieren – oder aber, sich ganz aus risikobehafteten Märkten zurückzuziehen.

Dass Japan nicht mehr auf Platz eins steht, ist damit weniger Ausdruck ökonomischer Schwäche als eine Folge strategischer Kapitalverwendung. Deutschlands Aufstieg ist real – aber das Ranking sagt mehr über Wechselkurse und Struktur als über ökonomische Stärke.

Finanzen / Wirtschaft
[Eulerpool News] · 28.05.2025 · 08:12 Uhr
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