Deutschland reagiert besorgt auf neue Zollandrohungen aus den USA
Die Börsenwelt schaut gebannt auf die jüngsten Entwicklungen der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Deutsche Staatsanleihen verzeichnen am Montag einen leichten Anstieg, ausgelöst durch neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump. Der Euro-Bund-Future, ein maßgeblicher Gradmesser am Anleihemarkt, kletterte um 0,05 Prozentpunkte auf nun 128,21 Zähler. Dies führte zu einem Rückgang der Zehnjahresrenditen deutscher Anleihen auf 2,84 Prozent.
Die Drohungen seitens Trump, die sich gegen Deutschland und andere NATO-Staaten richten, sorgten finster für Stirnrunzeln. Anlass seiner Kritik war unter anderem eine militärische Erkundungsmission der Partner auf Grönland. Die Volkswirte der Commerzbank analysieren die Lage als angespannt und prognostizieren, dass eine schnelle Entspannung aufgrund von Trumps Bestreben, das US-Territorium zu erweitern, unwahrscheinlich erscheint. Diese Eskalation könnte die deutsche Wirtschaft in einer ohnehin heiklen Phase treffen.
Spannung verspricht auch der für Ende der Woche anberaumte EU-Sondergipfel, in dem über Reaktionsmöglichkeiten beraten werden soll. Erste Maßnahmen werden bereits intern diskutiert, darunter die mögliche Aussetzung von Absprachen des jüngst im Sommer geschlossenen Zollabkommens.
Auch die Inflationsentwicklung in der Eurozone war Gegenstand einer intensiven Marktbeobachtung. Erstmals seit Mai 2025 fiel die Inflation unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank und liegt im Dezember bei 1,9 Prozent im Jahresvergleich. Die Stabilität der Verbraucherpreise hat den Markt jedoch kaum beeinflusst, da keine unmittelbaren Änderungen der Leitzinsen erwartet werden.

