Deutschland lockt ausländische Investoren: Neuer Rekord bei Direktinvestitionen
Ausländische Unternehmen zeigen erneut verstärktes Interesse an Deutschland und übertreffen erstmals seit vielen Jahren die Investitionen deutscher Firmen im Ausland. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Laut der Untersuchung haben sich die ausländischen Direktinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt und stiegen von 43 Milliarden Euro auf beeindruckende 96 Milliarden Euro.
Im Gegensatz dazu investierten deutsche Unternehmen lediglich 86 Milliarden Euro im Ausland, was deutlich unterdurchschnittlich ist. Das arbeitgebernahe Institut stützt seine Einschätzungen auf die Zahlen der Deutschen Bundesbank für die ersten elf Monate des Jahres 2025. Die Experten des Instituts bewerten die Entwicklung positiv.
Jürgen Matthes, Handelsexperte am IW, betont die Bedeutung von Rechtssicherheit in einer zunehmend unbeständigen Welt. Die unvorhersehbare Politik unter dem US-Präsidenten Donald Trump beeinflusse nicht nur internationale Partner, sondern schade auch der US-Wirtschaft. Deutschland hingegen biete dank Rechtssicherheit und Planungssicherheit wichtige Vorteile im globalen Wettbewerb.
Damit hat Deutschland, abgesehen von der Corona-Ausnahmesituation im Jahr 2020, zum ersten Mal seit 2003 wieder mehr Investitionen aus dem Ausland angezogen, als ins Ausland geflossen sind. Seit der Jahrtausendwende verzeichneten deutsche Unternehmen im Durchschnitt 25 Milliarden Euro mehr Kapitalabflüsse jährlich im Vergleich zu eingehenden Investitionen. Nun scheint sich das Blatt zu wenden, was auch auf Deutschlands Attraktivität als Forschungsstandort hinweist.

