Deutschland erreicht ökologischen Wendepunkt: Ressourcenverbrauch wirft Fragen auf
Deutschland hat in diesem Jahr bereits an diesem Samstag die natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die eigentlich für das gesamte Jahr 2023 reichen sollten. Der sogenannte Erdüberlastungstag, berechnet vom Global Footprint Network, fällt in Deutschland auf den 3. Mai. Hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs und der CO2-Emissionen gehört Deutschland zu den Spitzenreitern.
Sollte die Weltbevölkerung denselben Ressourcenverbrauch haben wie Deutschland, wäre die weltweite Biokapazität innerhalb des ersten Drittels des Jahres erschöpft. Zu den Hauptursachen zählen der hohe Energieverbrauch, der Individualverkehr mit Kraftfahrzeugen, die intensive Viehzucht und der Bauwesen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert deshalb umfassende rechtliche Regelungen zum Ressourcenschutz, um die Verschwendung und Zerstörung natürlicher Lebensgrundlagen effektiv zu verhindern. Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender, unterstreicht die Notwendigkeit einer Ressourcenwende, um sowohl den Planeten als auch die Menschheit zu schützen. Ein Ressourcenschutzgesetz müsse nicht nur verbindlich, sondern auch gerecht sein, wobei eine Verbrauchsminderung Priorität haben sollte.
Oxfam legt zudem den Fokus auf die sozialen Ungleichheiten, insbesondere die Rolle des reichsten Zehntels der Bevölkerung, das genauso viele Emissionen produziert wie die gesamte ärmere Hälfte. Die Organisation fordert eine Politik, die nicht nur den generellen Raubbau einschränkt, sondern auch dafür sorgt, dass die wohlhabenderen Schichten stärker für das Gemeinwohl und den Schutz der Umwelt verantwortlich gemacht werden.
Der WWF warnt vor einer Dreifachkrise aus Erderwärmung, Artensterben und Umweltverschmutzung und fordert, von fossilen Brennstoffen bis 2040 independend zu werden sowie nachhaltige Wirtschafts- und Finanzsysteme zu etablieren. Der Erdüberlastungstag wird jedes Jahr auf Basis neuester Daten aktualisiert und könnte sich aufgrund von Berechnungsverfeinerungen leicht verschieben. Interessierte Bürger können ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck mit einem speziellen Rechner bestimmen.

