Deutschland drängt auf mehr Ehrgeiz bei Weltklimakonferenz
Deutschland hat sich an die Spitze einer breiten Koalition von Staaten gestellt, die sich für ehrgeizigere Beschlüsse auf der Weltklimakonferenz stark macht. In einem eindringlichen Appell hat das Umweltministerium unter der Leitung von Carsten Schneider die Notwendigkeit eines klar strukturierten Plans für den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe betont. Schneider warnte, dass der derzeitige Entwurf des Beschlusstextes den Anforderungen nicht gerecht wird.
Zahlreiche Umweltschützer und -organisationen teilen diese Besorgnis. Greenpeace-Deutschlandchef Martin Kaiser betont die Dringlichkeit grundlegender Entscheidungen, insbesondere hinsichtlich eines weltweiten Entwaldungsstopps. Die Konferenz in Belém steht unter einem enormen Zeitdruck, da sie nach einem Feuer auf dem Gelände kurzzeitig unterbrochen wurde. Solche Verzögerungen sind bereits aus den vergangenen Jahren bekannt, da ähnliche Veranstaltungen regelmäßig verlängert werden mussten.
Experten von Organisationen wie Oxfam kritisieren scharf, dass aktuelle Textvorschläge keinen klaren Plan für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen beinhalten. Der Oxfam-Experte Jan Kowalzig beschreibt den gegenwärtigen Zustand als politisch riskant. Besondere Anstrengungen sind erforderlich, um ein internationales Konsens, besonders mit Staaten wie Indien und China, zu erreichen, während gleichzeitig die Interessen reicher Ölstaaten wie Saudi-Arabien nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Angesichts der eskalierenden Klimakatastrophe ist schnelles und entschlossenes Handeln unverzichtbar. Die letzten zehn Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen, und die Überschreitung der 1,5-Grad-Grenze, wie im Pariser Klimaabkommen festgelegt, wird immer wahrscheinlicher. Eine Gruppe von über 30 Staaten, darunter Frankreich, Großbritannien und mehrere vom Klimawandel bedrohte Inseln, hat zusätzliche Überarbeitungen der Texte gefordert.
UN-Generalsekretär António Guterres hat in einer entschlossenen Ansprache die Dringlichkeit der Situation betont. Er ruft die Verhandler dazu auf, den Menschen über wirtschaftliche Interessen zu stellen und den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu folgen. Währenddessen betont der WWF die Rolle Brasiliens bei der Vermittlung eines Kompromisses, da noch genug Zeit bleibt, den Abschlusstext anzupassen. Derweil bleibt Hoffnung, dass die Verhandler neue Allianzen schmieden können, um einen minimalen Konsens zu erweitern.

