Deutschland blickt auf Silvester: Feuerwerksindustrie geht auf Wachstumskurs

Deutsche Feuerwerksunternehmen erwarten zum Jahreswechsel einen neuen Verkaufsrekord. Laut Oliver Gerstmeier, Vertriebsleiter von Weco, habe sich das Warenvolumen im Handel im Vergleich zum Vorjahr um etwa zehn Prozent erhöht, nachdem es zuvor bereits um 25 Prozent gestiegen war. Auch der Konkurrent Comet verzeichnete eine ansteigende Nachfrage seitens des Handels, wie Marketing-Manager Jens Thomas erklärte.
Zu den belieferten Abnehmern gehören große und mittlere Einzelhändler sowie Discounter und Baumärkte. Der Verkauf dieser Ware ist auf die letzten Tage im Jahr begrenzt. Was unverkauft bleibt, wird zurückgeschickt. Im letzten Jahr fiel diese Retourenmenge zu deren Überraschung gering aus, so Gerstmeier.
Dabei stammt der Großteil der Feuerwerkskörper aus China, während Weco als letzte große heimische Produktionsstätte fungiert und lediglich 15 Prozent des Umsatzes aus eigener Produktion erwirtschaftet. Neben Weco beleben auch Nico aus Berlin und Comet aus Bremerhaven, beides reine Händler, den Markt. Comet, mit etwa 120 Mitarbeitern, gelang zuletzt ein Jahresumsatz von 60 Millionen Euro.
Der Verband der pyrotechnischen Industrie zeigt sich optimistisch. 'Es dürfte mehr ausgeliefert sein als im vergangenen Jahr', prognostizierte Geschäftsführer Klaus Gotzen. Der Aufwärtstrend hin zu Verbundprodukten dürfte dabei eine Rolle spielen. Dabei hängt der Erfolg am Verkaufstag auch vom Wetter ab – ein wichtiger Faktor, wie Gotzen betont.
Im vergangenen Jahr meldete der Verband ein Umsatzvolumen von 197 Millionen Euro für das Silvestergeschäft. Obwohl Bedenken bezüglich Tierschutz und Sicherheit beispielsweise durch die Gewerkschaft der Polizei erhoben werden, bleibt ein Böllerverbot ein strittiges Thema. Im Gegensatz dazu hält Gerstmeier von Weco den größeren Teil der Bevölkerung für zustimmend zum Feuerwerk. Zudem habe die Branche bei der Produktion auf umweltfreundlichere Verfahren umgestellt, resümiert Gerstmeier. Auch die Preisgestaltung könnte aufgrund hoher Transportkosten aus China Einfluss auf den Verkaufspreis nehmen.

