Deutschland auf dem Weg zur Recyclingnation
Deutschlands Fortschritte im Plastikrecycling sind beeindruckend: Die Recyclingquote für Kunststoffe stieg 2024 auf rund 71 Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Damit übertrifft Deutschland die EU-Mindestanforderung von 63 Prozent deutlich. Seit 2018, als die Quote noch bei 42 Prozent lag, verzeichnet das Land einen signifikanten Anstieg.
Diese positive Entwicklung ist vor allem auf technische Fortschritte in den Sortier- und Verwertungsanlagen zurückzuführen, wodurch Kunststoffe effizienter getrennt und wiederverwertet werden können. Auch die Anpassung der Verpackungsproduktion zu Gunsten der Wiederverwertbarkeit trägt zur Verbesserung bei.
Werkstoffliches Recycling beschreibt das Verhältnis des recycelten Plastiks zur Gesamtmenge an Kunststoffverpackungen im dualen System. Ein Großteil des verbleibenden Plastikmülls wird in Kraftwerken zur Wärmeerzeugung genutzt.
Gunda Rachut von der ZSVR spricht von einem „unglaublich positiven“ Meilenstein. Bettina Rechenberg vom Umweltbundesamt hebt hervor, dass erstmals mehr als 70 Prozent der Kunststoffverpackungen recycelt wurden. Sie betont, dass nicht alles im Gelben Sack auf die Verbrennungsanlage trifft.
Allerdings bleibt Kritik nicht aus. Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe mahnt zur Vorsicht: Trotz guter Recyclingquote ist Deutschland Europameister im Müllaufkommen. Abfallvermeidung und Mehrwegsysteme seien unverzichtbar. Zudem liegen die Recyclingquoten bei Getränkekartons mit 69,5 Prozent und Glas mit 82,9 Prozent unter den geforderten EU-Vorgaben von 90 Prozent. Hier besteht unmittelbarer Handlungsbedarf.

