Deutschland als Vorreiter: Windenergie-Ausbau in Europa stockt
Die europaweite Ausweitung der Windenergie wird weiterhin durch schleppende Genehmigungsverfahren gehemmt, wie der Verband WindEurope berichtet. Obwohl neue EU-weite Genehmigungsvorschriften existieren, bleibt deren nationale Umsetzung vielerorts aus.
Dennoch gibt es lobende Ausnahmen: Insbesondere Deutschland sticht positiv hervor, da es im vergangenen Jahr 15 Gigawatt Windenergie an Land genehmigte – ein nationaler Rekord. WindEurope betont, dass 20 Prozent des Stromverbrauchs in Europa aus Windkraft stammen, während der EU-Durchschnitt bei 19 Prozent liegt.
Schätzungen zufolge wurden im vergangenen Jahr 13 Gigawatt Windkraft neu installiert, was allerdings weit unter den erforderlichen 30 Gigawatt pro Jahr liegt, um die EU-Energieziele bis 2030 zu erreichen. Ein massiver Ausbau der Erneuerbaren ist zudem notwendig, um den Anteil dieser Energien bis 2030 auf 42,5 Prozent des gesamten EU-Energieverbrauchs zu erhöhen.
Doch der Weg dorthin ist von mehreren Hindernissen gesäumt: Laut WindEurope ist der Zugang zum Stromnetz die größte Hürde. Zudem schreitet die Elektrifizierung der europäischen Wirtschaft zu langsam voran, vor allem in den Sektoren Mobilität, Heizung und Industrie.
Der derzeitige Stromanteil am Gesamtenergieverbrauch in der EU beträgt 23 Prozent und sollte bis 2050 auf 61 Prozent steigen.

