Deutsche Wirtschaft auf stabilem Kurs - Experten warnen vor Risiken
Die deutsche Wirtschaft stabilisiert sich nach Meinung führender Kapitalmarktexperten, was vor allem auf positive Wachstumsdaten und geplante Erhöhungen der Staatsausgaben zurückzuführen ist. Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) stellte am Mittwoch in Frankfurt seinen Kapitalmarktausblick vor und sieht Anzeichen einer Stimmungsaufhellung in den Unternehmen.
Obwohl für das laufende Jahr noch von einer wirtschaftlichen Stagnation ausgegangen wird, erwarten die Experten für das kommende Jahr ein moderates Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zwischen 1,0 und 1,5 Prozent. Besonders optimistisch stimmt sie der von der Europäischen Zentralbank (EZB) eingeschlagene Zinssenkungskurs, durch den sich Kapital für unternehmerische Investitionen günstiger beschaffen lässt.
Der Analyst Ulf Krauss von der Landesbank Hessen-Thüringen äußerte sich jedoch zurückhaltend: Eine weitere Senkung der EZB-Leitzinsen sei unwahrscheinlich. Krauss betonte die Wichtigkeit der Überwachung langfristiger Risiken durch geplante Staatsausgaben im Verteidigungs- und Infrastrukturbereich – hier ist eine eher seitwärts gerichtete geldpolitische Entwicklung wahrscheinlich.
Dennoch bleiben auch einige Abwärtsrisiken für die deutsche Konjunktur bestehen. Als besonders kritisch wird die US-Handelspolitik unter US-Präsident Donald Trump eingeschätzt, die weiterhin für Unruhe sorgt. Trump hat seine 'Befreiungstag'-Politik mit angedrohten Zollerhöhungen zwar zunächst pausiert, die erratische Natur der Entscheidungen birgt jedoch potenziell negative Folgen für die globale Wirtschaft und damit auch für Deutschland.
Die USA selbst kämpfen mit den Auswirkungen ihrer Zollpolitik und verzeichnen einen schleppenden Wirtschaftsausblick. Für 2025 prognostizieren Experten ebenfalls ein Wachstum von 1 bis 1,5 Prozent, jedoch mit fortdauernder Inflation. Die US-Notenbank Fed agiert in diesem Umfeld vorsichtig und wird trotz des Drucks von Trump behutsam in die geldpolitische Lockerung gehen.

