Deutsche Welle unter Spardruck: Einsparungen und Programmänderungen beschlossen

Die Deutsche Welle (DW) sieht sich im kommenden Jahr mit erheblichen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Infolge einer Kürzung des Bundeszuschusses muss der Auslandssender im nächsten Jahr 21 Millionen Euro einsparen. Die Entscheidung dazu wurde in einer Sondersitzung getroffen, an der Rundfunkrat, Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung teilnahmen. Unternehmensleitung und Gremien haben vereinbart, dass betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen, obwohl rechnerisch rund 160 Vollzeitstellen betroffen sein könnten.
Im Jahr 2026 wird der Bundeszuschuss um 10 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro reduziert. Dies trifft die DW doppelt, da gleichzeitig tariflich bedingte Mehrkosten von rund 11 Millionen Euro entstehen. In Reaktion darauf wird unter anderem das griechischsprachige Angebot eingestellt, und in weiteren Sprachsegmenten werden journalistische Inhalte gestrafft.
Karl Jüsten, Vorsitzender des Rundfunkrates, betonte die Bedeutung der DW als "starke Stimme der Freiheit" in Ländern mit eingeschränkten Medienmärkten wie Russland und dem Iran. Trotz des Engagements in diesen Regionen wird infolge der Kürzungen ein erheblicher Verlust an Reichweite erwartet.
Im Zuge der Sparmaßnahmen werden auch die Budgets für Portugiesisch für Afrika sowie für Dari und Paschtu für Afghanistan gekürzt. Zudem wird das spanischsprachige Fernsehprogramm außerhalb der Hauptsendezeiten reduziert. Die Deutsche Welle, mit Sitzen in Bonn und Berlin, hat den Auftrag, ein authentisches Bild Deutschlands zu vermitteln, internationalen Dialog zu fördern und demokratische Werte zu stärken. Ihr Programm erreicht ein weltweites Publikum in über 30 Sprachen, darunter Arabisch, Hindi und Ukrainisch.

