Rüstungsindustrie

Deutsche Waffen für 20 Millionen Euro an Israel in 2023

17. Januar 2024, 13:46 Uhr · Quelle: dpa
Seit dem Terrorangriff der Hamas werden Rüstungs-Anfragen aus Israel von der Ampel mit höchster Priorität behandelt. Das Resultat: eine Verzehnfachung der Exportgenehmigungen in 2023. Das dürfte aber noch nicht alles gewesen sein.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr den Export von Kriegswaffen im Wert von 20,1 Millionen Euro nach Israel genehmigt. Darunter waren 3000 tragbare Panzerabwehrwaffen, 500.000 Schuss Munition für Maschinengewehre, Maschinenpistolen oder andere voll- oder halbautomatische Schusswaffen.

Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sevim Dagdelen vom Bündnis Sahra Wagenknecht hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Insgesamt genehmigte die Ampel-Regierung im Jahr 2023 Rüstungslieferungen für 326,5 Millionen Euro an Israel - zehnmal so viel wie im Vorjahr mit 32,3 Millionen Euro. Diese Zahl hatte das Wirtschaftsministerium schon Anfang Januar bekanntgegeben.

In der Rangliste der größten Abnehmer deutscher Rüstungsgüter lag Israel damit 2023 auf Platz sieben. Mit Abstand an der Spitze stand die Ukraine, für die im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel der deutschen Rüstungsexporte bestimmt waren. Ihr Wert lag bei 4,44 Milliarden Euro - fast 14-mal so viel wie die Lieferungen an Israel.

Großteil der Exportgenehmigungen nach dem 7. Oktober

Der größte Teil der Exporterlaubnisse aus dem vergangenen Jahr geht nach früheren Angaben des Wirtschaftsministeriums auf die Zeit nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas am 7. Oktober zurück. Zu den genehmigten Kriegswaffenexporten zählen neben den Panzerabwehrwaffen und der Munition 239 Zünder und 44 Treibladungen, die dazu dienen, Geschosse durch die Erzeugung von Gasdruck durch den Lauf einer Waffe zu treiben.

Darüber hinaus gab die Bundesregierung grünes Licht für mehr als 300 weitere Exportanträge für militärische Ausrüstung im Wert von insgesamt 306,4 Millionen Euro. Die meisten genehmigten Ausfuhren entfallen auf die Bereiche Landfahrzeuge (65) sowie Technologie für Entwicklung, Herstellung, Betrieb, Wartung und Reparatur von Waffen (57).

«Spiegel»: Regierung prüft auch Export von Panzermunition

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte nach der Terrorattacke der islamistischen Hamas vom 7. Oktober immer wieder bekräftigt, dass die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson gehört. Das für Waffenexporte zuständige Wirtschaftsministerium erklärte im November, dass als Konsequenz aus den Terrorattacken «Anträge auf Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Israel prioritär bearbeitet und beschieden» würden.

Der «Spiegel» berichtete am Dienstag, dass die Bundesregierung auch die Lieferung von Panzermunition an Israel prüft. Die beteiligten Ressorts hätten sich bereits grundsätzlich darauf geeinigt, einer entsprechenden Bitte der israelischen Regierung nachzukommen. Es gehe um 10 000 Schuss 120-Millimeter Präzisionsmunition, die bereits im November angefragt worden seien. Da die Industrie nicht sofort liefern könne, werde erwogen, dass die Bundeswehr zunächst Munition aus ihren Beständen abgebe. Das Wirtschaftsministerium wollte den Bericht weder bestätigen noch dementieren. Man äußere sich «grundsätzlich nicht zu etwaigen Genehmigungsverfahren», erklärte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage.

Kritik und Zustimmung zu Waffenexporten

Die Außenpolitikerin Dagdelen kritisierte die Rüstungsexporte nach Israel scharf: «Statt immer mehr Waffen an Israel zu liefern, mit denen noch mehr palästinensische Zivilisten getötet werden könnten, sollte die Bundesregierung ihre Exportgenehmigungen widerrufen und einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza unterstützen.»

Der FDP-Wirtschaftspolitiker Reinhard Houben sagte dagegen, die Waffenlieferungen zeigten, «dass das klare Einstehen für Israel seitens der Bundesregierung nicht nur ein Lippenbekenntnis ist». Gerade angesichts der zunehmenden Kritik an der Militäroperation im Gazastreifen müsse Deutschland beweisen, dass die Unterstützung für Israel stabil bleibe.

Export eines weiteren U-Boots steht kurz bevor

Nicht in der Statistik aufgeführt ist der geplante Export eines sechsten deutschen U-Boots nach Israel. Der Bau der «INS Drakon» auf der Kieler Werft von ThyssenKrupp Marine Systems war schon 2006 von der damaligen Bundesregierung von CDU/CSU und SPD in die Wege geleitet worden. Die letztendliche Ausfuhrgenehmigung erteilte der Bundessicherheitsrat aber erst Ende vergangenen Jahres. Am 15. Dezember unterrichtete Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den Wirtschaftsausschuss des Bundestags darüber. Die Auslieferung dürfte damit kurz bevorstehen.

Die U-Boot-Exporte an Israel sind umstritten, weil sie nach Experteneinschätzung mit Atomwaffen ausgerüstet werden könnten. Berichten von Fachmedien zufolge wird der Turm des neuen U-Boots der «Dolphin II»-Klasse deutlich breiter und länger sein als die der Vorläufer. Es wird gemutmaßt, dass dies dazu dient, neue Raketensysteme aufnehmen zu können.

Drei weitere U-Boote der neuen Klasse «Dakar» hat Israel bereits Anfang 2022 bei ThyssenKrupp Marine Systems bestellt. Die Auslieferung des ersten dieser Boote wird aber noch Jahre dauern.

Politik / Rüstungsindustrie / Konflikte / Waffen / Bundesregierung / Olaf Scholz / Hamas / Waffenexport / Gazastreifen / Deutschland / Israel
17.01.2024 · 13:46 Uhr
[0 Kommentare]
Straße von Hormus
Teheran/Hamburg (dpa) - Seit dem frühen Mittwochmorgen gilt eine fragile Waffenruhe zwischen Iran und den USA. Doch die Straße von Hormus bleibt für Teheran ein wichtiges Druckmittel. Der Iran verlangt inzwischen von einigen kommerziellen Schiffen eine Maut. Ist das zulässig? Und wird die Bundeswehr die Passage künftig militärisch absichern? Antworten […] (00)
vor 6 Minuten
Jenna Ortega
(BANG) - Jenna Ortega stand kurz davor, in der Schauspielerei "alles hinzuschmeißen", bevor sie ihre Rolle in 'You' bekam. Die 23-jährige Schauspielerin, die ihre Karriere mit Kinderserien wie 'Richie Rich' und 'Stuck in the Middle' begann, zog in Betracht, sich ganz aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen, bevor sie als Ellie Alves in der zweiten Staffel […] (02)
vor 3 Stunden
Schauspieler Mario Adorf
Paris/München (dpa) - Bösewichte und Patriarchen spielte Mario Adorf oft und gern: Die einen lieben ihn für seinen Auftritt als protziger Fabrikant in der Kultserie «Kir Royal», andere kennen ihn als den Schurken Santer aus den Karl-May-Filmen. Mario Adorf hat schier unzählige Rollen gespielt, am Theater, im Fernsehen und im Kino. Am Mittwoch ist die […] (01)
vor 1 Stunde
Cyberpunk 2077 bekommt kostenloses PS5 Pro-Update mit satten Grafik-Verbesserungen
Night City leuchtet heller denn je: CD PROJEKT RED hat für Cyberpunk 2077 ein kostenloses Update für die PlayStation 5 Pro veröffentlicht, das das Spielerlebnis auf ein neues Niveau hebt. Wer schon länger mit dem Gedanken gespielt hat, noch einmal in die düstere Megametropole einzutauchen, hat jetzt einen sehr guten Grund dafür. Was das PS5 Pro-Update […] (00)
vor 13 Minuten
KiKA startet neues Smart-TV-Angebot für Kinder
Mit einer überarbeiteten Plattform auf Basis des gemeinsamen StreamingOS von ARD und ZDF baut KiKA sein digitales Angebot weiter aus. Der Kinderkanal von ARD und ZDF treibt seine Streaming-Strategie voran: KiKA hat ein vollständig überarbeitetes Smart-TV- und HbbTV-Angebot gestartet. Die neue Anwendung setzt auf eine modernisierte Nutzerführung, die sich gezielt an den Sehgewohnheiten von […] (00)
vor 2 Stunden
Tennis: ATP-Tour
Monte-Carlo (dpa) - Alexander Zverev hat beim Sandplatz-Turnier in Monte-Carlo ohne große Mühe das Viertelfinale erreicht. Der 28-Jährige gewann in seiner Wahlheimat das Achtelfinale gegen den Belgier Zizou Bergs mit 6: 2, 7: 5 und zeigte sich im Vergleich zu seinem Auftaktmatch gegen den Chilenen Cristian Garín deutlich verbessert. Gegen Garín hatte […] (00)
vor 14 Minuten
business, computer, security, currency, finance, bitcoin, money, digital, financial, technology
Ein koordinierter Versuch, den Preis von Fartcoin (FART) auf der Handelsplattform Hyperliquid zu manipulieren, führte zu einem Liquidationsverlust von $3 Millionen. Der Versuch löste einen automatischen Sicherheitsmechanismus aus, der den Liquiditätspool der Plattform zwang, die Verluste zu absorbieren. Blockchain-Analysten, die den Vorfall untersuchten, […] (00)
vor 41 Minuten
Heliostar bohrt 101 Meter mit einem Gehalt von 5,34 g/t Gold in der Ana Paula Expansion Zone
Vancouver, Kanada, 09.04.2026 (PresseBox) - HIGHLIGHTS: -  Expansion Zone o  101,0 m mit einem Gehalt von 5,34 g/t Gold ab 512,5 m o  8,75 m mit einem Gehalt von 9,11 g/t Gold ab 484,65 m o  27,2 m mit einem Gehalt von 2,26 g/t Gold ab 647,0 m o  7,15 m mit einem Gehalt von 6,98 g/t Gold ab 464,3 m -  Der Hauptabschnitt ist in Richtung Norden und Süden offen. -  Die […] (00)
vor 1 Stunde
 
Olaf Scholz (Archiv)
New York - Altbundeskanzler Olaf Scholz (SPD) soll für seine Verdienste um das […] (00)
Friedhof (Archiv)
Wiesbaden - Obwohl Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten Fortschritte bei der […] (03)
Graffiti-Entfernung (Archiv)
Berlin - Das deutsche Handwerk will künftig Praktika für Wehrdienstleistende […] (00)
Autobahn (Archiv)
Berlin - Die SPD bewertet die Überlegungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu […] (02)
Phoebe Dynevor
(BANG) - Phoebe Dynevor erlitt während der anstrengenden Dreharbeiten zu 'Thrash' […] (00)
Glorious Gaming – GHS Eternal und GHS Eternal RGB bereiten den Weg in eine neue Produktkategorie
Glorious Gaming, ein weltweit führender Anbieter von PC-Gaming-Hardware, kündigt […] (01)
Anstieg der Spritpreise trotz Rohölpreisverfall Die jüngsten Entwicklungen am […] (00)
Xbox Game Pass April 2026: Alle neuen Spiele, Termine und Abgänge
Der April wird für viele Gamer richtig spannend. Microsoft zündet im Xbox Game Pass […] (00)
 
 
Suchbegriff