Deutsche Staatsanleihen im Aufwind trotz US-Arbeitsmarktdynamik
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben sich am Donnerstag positiv entwickelt, wobei der Euro-Bund-Future um 0,40 Prozent auf 130,37 Punkte stieg. Im Gegenzug ging die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,61 Prozent zurück – ein klarer Indikator für das Vertrauen der Anleger in deutsche Anleihen.
Interessanterweise konnten die deutschen Anleihekurse den anfänglichen Druck durch einen durchaus beachtlichen US-Arbeitsmarktbericht rasch überwinden. Die Zahl der Beschäftigten stieg stärker als erwartet an, während die Arbeitslosenquote überraschend sank. Die Lohnentwicklung blieb hingegen hinter den Markterwartungen zurück, was für etwas Erleichterung auf dem Anleihemarkt sorgte.
Ökonomen deuten den US-Bericht jedoch differenziert; er weist durchaus auf wirtschaftliche Schwächen hin. Laut Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank, verliert die US-Wirtschaft an Dynamik. Besorgniserregend sei insbesondere, dass im privaten Sektor lediglich 74.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. In wirtschaftlich sensiblen Bereichen wie der Industrie und den unternehmensnahen Dienstleistungen stagniert die Beschäftigung oder nimmt gar ab. Neue Arbeitsplätze entstehen hauptsächlich im Bildungsbereich der Bundesstaaten und lokalen Verwaltungen.
Auch wenn die Konjunkturdaten der Eurozone positiv überraschten und eine verbesserte Stimmung im Dienstleistungssektor aufzeigten, übten sie keinen nennenswerten Druck auf die deutschen Anleihen aus. Der Indikator signalisiert zwar eine Erholung, doch bleibt das Wachstum in der Dienstleistungsbranche insgesamt gedämpft.

