Deutsche Reisebranche trotzt Streiks mit Wachstum und hoher Nachfrage
Trotz der Arbeitsniederlegungen im deutschen Luftverkehr und Bahnsektor behauptet sich die Reisebranche mit bemerkenswertem Optimismus. Ingo Burmester, Chef von DER-Touristik in Zentraleuropa, sprach kürzlich über die Herausforderungen und aktuelle Tendenzen in der Branche. Ungeachtet des gestiegenen Aufwands für seine Teams durch die Streiks, beobachtet Burmester keine Verunsicherung unter den Reisenden. Im Rahmen der bevorstehenden ITB, der weltbekannten Reisemesse in Berlin, teilte er positive Nachrichten: Ein deutlicher Anstieg der Buchungszahlen signalisiert, dass das Fernweh der Deutschen ungebrochen ist.
Die Sehnsucht nach Sommer, Sonne und Strand schlägt sich in einem deutlichen Plus bei den Gästebuchungen nieder. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen diese um über ein Drittel und der Buchungsumsatz sogar um nahezu die Hälfte. Ein Vergleich mit dem Jahr vor der Pandemie bestätigt zudem, dass die Reiselust mindestens auf demselben Niveau verharrt, mit einem noch höheren Umsatz.
Allerdings müssen Reiseliebhaber sich einstellen, etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Burmester prognostiziert leichte Preissteigerungen im mittleren einstelligen Bereich für dieses Jahr. Diese Erwartung ist unter anderem der geplanten Erhöhung der Ticketsteuer geschuldet, die ab Mai wirksam wird. Dennoch versichert der Manager, dass bestehende Buchungen bei seinem Reisekonzern, der auf der europäischen Bühne ganz vorne mitmischt, nicht davon betroffen sein werden.
Der Trend der Frühbucherrabatte, der während der Pandemie spürbar nachließ, fasst wieder Fuß. Reisende sichern sich zunehmend früher ihre Plätze, um von diesen Rabatten zu profitieren. Preisbewusste Urlauber können sich auch auf preiswerte Reiseziele wie die Türkei oder Tunesien freuen, die weiterhin verfügbar sind.
Die Spitzenreiter der Sommerdestinationen für deutsche Urlauber bleiben die Türkei, Spanien und Griechenland, doch gibt es auch eine wachsende Neugier auf kühlere Gefilde. Insbesondere Skandinavien erlebt ein starkes Wachstum in den Buchungszahlen und hat sich mittlerweile unter die Top 10 der begehrtesten Destinationen auf der Kurz- und Mittelstrecke geschlichen, reflektiert Burmester und zeichnet das Bild einer dynamischen Reisebranche. (eulerpool-AFX)

