Deutsche Industrie überrascht mit kräftigem Auftragsplus
Im März konnten Deutschlands Industriebetriebe eine bemerkenswerte Zunahme an Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe verzeichnen. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) stiegen die Aufträge um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg von 1,3 Prozent gerechnet. Noch im Februar zeigten sich die Bestellungen stabil, während im Januar ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen war.
Destatis führt das deutliche März-Plus teilweise auf Vorzieheffekte aufgrund bevorstehender US-Zollerhöhungen zurück. Doch auch die erhöhte Nachfrage europäischer Länder nach deutschen Investitionsgütern, die um 12,8 Prozent zulegte, deutet auf einen Investitionsschub hin.
Die Fachwelt zeigt sich geteilter Meinung. Michael Herzum von Union Investment sieht in den Zahlen einen kurzfristigen Effekt: Die Unsicherheiten durch die US-Handelspolitik blieben nicht ohne Folgen für das Wachstum. Thomas Gitzel von der VP Bank hingegen erkennt ein positives Signal, da die Auftragseingänge auch ohne Großaufträge gegenüber Februar stiegen. Zudem ergaben die Komponenten des Einkaufsmanagerindex von S&P Global zuletzt zweimal ein Plus. Eine einvernehmliche Lösung im Zollstreit mit den USA könnte das Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes weiter beflügeln.
Zuwächse im Verarbeitenden Gewerbe verzeichneten laut Destatis insbesondere die Bereiche Kfz, Maschinenbau und elektrische Ausrüstungen. Rückgänge gab es dagegen in den Bereichen Metallerzeugung, EDV und Optik, Textilien sowie Papier und Pappe. Im Jahresvergleich übertraf der März ebenfalls die Erwartungen: Die Aufträge stiegen um 3,8 Prozent, während Analysten nur von einem Plus von 1,2 Prozent ausgegangen waren.

