Deutsche Bundesanleihen stagnieren – Hoffnung auf Stabilität in Frankreich
Die Bewegung an den deutschen Bundesanleihenmärkten blieb am Donnerstag minimal. Der Euro-Bund-Future, als zentrales Stimmungsbarometer, notierte mit einem leichten Rückgang um 0,01 Prozent auf 128,84 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen verharrte bei 2,68 Prozent. Weder schwache Daten aus dem deutschen Außenhandel noch rückläufige Exporte in die USA führten zu nennenswerten Kursreaktionen.
Ökonomen sind besorgt: Die Exporte in die USA sind um 20 Prozent gesunken, ein Wert, der laut Thomas Gitzel von der VP Bank alarmierend ist. Der Chefvolkswirt ist der Meinung, dass die bestehenden US-Zölle die deutsche Wirtschaft merklich belasten und eine kurzfristige Aufhellung der Lage kaum in Sicht ist. In einer Woche voller entmutigender Konjunkturdaten, gekennzeichnet durch mangelnde Auftragseingänge und schwächelnde Industrieproduktion, reiht sich diese Entwicklung nahtlos ein.
Unterdessen zeichnet sich in Frankreich ein positiveres Bild. Der Anleihenmarkt reagierte mit rückläufigen Renditen auf die Aussicht auf ein Ende der politischen Krise. Ein neuer Premierminister soll spätestens bis Freitag bestimmt werden, um das politische Vakuum zu füllen. Frankreichs zurückgetretener Premier Sébastien Lecornu äußerte nach Gesprächen mit den Parteien gedämpften Optimismus. "Ein möglicher Kompromiss zur Haushaltszustimmung 2026 könnte im Aussetzen von Macrons umstrittener Rentenreform bestehen", so eine Einschätzung der Dekabank.

