Deutsche Börse plant Rekordübernahme von Allfunds für 5,3 Milliarden Euro
Die Deutsche Börse ist auf Expansionskurs und plant die größte Übernahme ihrer Firmengeschichte: Für 5,3 Milliarden Euro soll die Fondsplattform Allfunds übernommen werden. Der geplante Deal sieht vor, dass Allfunds-Aktionäre pro Aktie 8,80 Euro erhalten, davon 6 Euro in bar, ergänzt durch eigene Aktien und eine Bardividende. Diese von Deutschlands bedeutendstem Börsenbetreiber in Eschborn bekanntgegebene Offerte lässt den Aktienkurs der Deutschen Börse jedoch unbeeindruckt.
Anders als der Aktienkurs begrüßen die Direktoren von Allfunds den Zusammenschluss einstimmig. Bereits knapp 49 Prozent der Aktien wurden angedient, die jedoch die Schwelle von 75 Prozent noch nicht erreicht haben. Allfunds, bekannt für seine Systeme zum Fondsmanagement und Compliance-Dienstleistungen, verwaltet beeindruckende 1,7 Billionen Euro.
Hauptanteile des spanisch-britischen Unternehmens halten der Finanzinvestor Hellman & Friedman und die BNP Paribas gemeinsam. Die Fusion wird von weiteren Genehmigungen abhängig gemacht, jedoch erwartet die Deutsche Börse ihre Vollendung in der ersten Jahreshälfte 2027.
Die Synergiepotenziale, insbesondere jährliche Kosteneinsparungen von 60 Millionen Euro, sowie die Perspektive einer 'harmonisierten Plattform mit globaler Reichweite' sind wesentliche Gründe für diesen Schritt. Mit dieser Akquise möchte der CEO der Deutschen Börse, Stephan Leithner, eine langfristig stabilere Ertragsstruktur schaffen und Marktschwankungen besser begegnen. Sollte der Deal abgeschlossen werden, so wäre dies der bislang größte Zukauf der Börse – die Übernahme des dänischen Softwareunternehmens Simcorp für 3,9 Milliarden Euro wäre somit übertroffen. Diese Akquisition ist Teil einer Strategie, die von Stephan Leithners Vorgänger Theodor Weimer initiiert wurde, um das Unternehmen unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen des Aktienmarktes zu machen und die Vorteile einer integrierten Plattform für Kunden und EU-Aktienmärkte zu nutzen.

